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MACBETH, DIE APOKALYPTISCHEN REITER, PROMETHEAN FIRE

Jena, F-Haus

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Die Apokalyptischen Reiter reiten jetzt schon seit 15 Jahren durch die Hallen, Clubs und über Festivals und nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, mal mit einer Jubiläumstour durch die Lande zu ziehen. In Jena findet eine Art Aufwärmkonzert statt, bei dem statt der regulären Vorbands drei einheimische Kapellen aufspielen dürfen, was dem Abend auch durchaus das Flair einer Reise in die ostdeutsche Metal-Kultur gibt.

PROMETHEAN FIRE eröffnen den Reigen und schlagen sich vor zahlreichem, aber etwas distanziertem Publikum mehr als wacker. Der melodisch angehauchte Death Metal erinnert das ein und andere Mal an die Frühwerke des Headliners minus Keyboard. Das passt heute gut hier hin.

MACBETHMACBETH sind eine der ganz großen Legenden des Ost-Metals, haben sich aber mit dem Album „Gotteskrieger“ einen Namen im deutschen Underground gemacht und gehören definitiv nicht zum alten Eisen. Der heutige Auftritt ist ganz groß und vor allem die aktuellen Songs 'Das Boot' (musikalisch wie textlich an den gleichnamigen Film angelehnt) und 'Maikäfer flieg' gehören zum Besten, was der internationale Black/Thrash zu bieten hat. Es ist für das Quintett dementsprechend nicht schwierig, die Halle aufzuwärmen. Hoffentlich bleiben uns MACBETH noch lange erhalten.FALL OF SERENITY sind selbst verwundert, dass sie nach Macbeth auf die Bühne dürfen, und das zu recht, denn ihr mittelmäßiger Melodic Death kann die Stimmung nicht auf dem Pegel der Vorgängerband halten. Die Truppe ist sauber eingespielt, allein die zündenden Songideen fehlen zumindest weitgehend.

DIE APOKALYPTISCHEN REITERNimmt man das auf dem Konzert gratis verteilte „Firestorm“-Demo als Maßstab, fällt einmal mehr auf, wie krachig DIE APOKALYPTISCHEN REITER mal waren und welche Wandlung sie durchgemacht haben. Diese Geschichte in ein Konzert zu packen, ist ein ehrgeiziges Unterfangen, aber diese Band ist ja bekannt dafür, keine halben Sachen zu machen. Und so beginnt nach der Charlie-Chaplin-Rede aus „Der Große Diktator“ (absolute Gänsehaut) mit 'Vom Ende der Welt' ein Best-of-Set, der sich gewaschen hat und Bewährtes ('Es wird schlimmer', 'Riders On The Storm') neben selten gespieltes ('Roll My Heart', 'Wahnsinn') und noch nie gespieltes ('Friede sei mit dir' in einer akustischen Version), neues ('Die Boten') neben mittelaltes ('Und vier Reiter stehen bereit') und ganz altes ('Iron Fist') stellt. Dabei wird die musikalische Bandbreite, die diese Band inzwischen abdeckt, noch einmal deutlich. Jeglicher Pathos bezüglich des Geburtstags ist dankenswerterweise in der Schmalzkiste geblieben, und auch showtechnisch gibt es halt das übliche Schlauchboot-Rennen, die tolle Kulisse und die Lichtshow – die Reiter zeigen die richtige Balance aus Ernsthaftigkeit und Unterhaltungswert. Die Weimarer als reine Spaßband abzutun, wird ihren Inhalten sowieso schon lange nicht mehr gerecht. Man könnte eher sagen: Sie sind eine lebensfrohe Band, die etwas zu sagen hat. Und dafür sage ich ganz herzlich: Danke und auf die nächste 150 Jahre!

 

SETLIST DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Charlin chaplin: Der große Diktator (Intro)
… Vom Ende der Welt
Der Wahnsinn
Unter der Asche
Riders On The Storm
Es wird schlimmer
Der Adler
Der Weg
Wir reiten
Die Boten
Die Schönheit der Sklaverei
Und vier Reiter stehen bereit
The Fire
Nach der Ebbe
Komm
Seemann
Iron Fist
Reitermania
Paradies
Friede sei mit dir (Akustik)
Roll My Heart
Die Sonne scheint

 

Pics: Diana Muschiol

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