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DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Berlin, Blackland

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Man durfte durchaus gespannt sein, wie sich das Unplugged-Konzept der Reiter live und in Farbe darstellt, schließlich hatte die Band im Vorfeld die Auswahl, einen reinen Balladen-Set durchzuziehen oder einige ihrer Glanztaten mit Hammer und Meißel rundum zu erneuern.

Es überrascht nicht, das sich die Weimarer für letztere Vorgehensweise entschieden haben und damit viele ihrer Songs in neuem Licht erstrahlen lassen. Ohne Vorband (bei einer früheren Show waren Eden weint im Grab dabei – man kann sich darüber streiten, ob deren heutiges Fernbleiben ein echter Verlust ist) rücken DIE APOKALPTISCHEN REITER eine halbe Stunde nach Beginn auf die Bühne und startet unerwarteterweise mit einer sehr balladesken Version von 'Terra Nola' in ein leider nur knapp einstündiges Set. Geboten wird dabei viel unerwartetes ('Komm', 'Wahnsinn'), einiges lang nicht mehr gespieltes ('Lazy Day') und einiges erst spät erkennbares (z.B. das komplett umarrangierte 'Der Weg'), dazu zwei neue Songs ('Ein leichtes Mädchen' und 'ApokalypsO'), die üblichen Hits à la 'Seemann', 'Riders On The Storm', 'Iron Fist', 'Es wird schlimmer' oder 'Die Sonne scheint' bleiben dagegen diesmal außen vor (lediglich 'Friede sei mit dir' wird in der von der Jubiläumstour bekannten Version gespielt). Super Sache für Leute, die Reiter schon mehr als dreimal gesehen haben. Band und Publikum genießen den engen Kontakt sichtlich, Fuchs fällt es mit zunehmender Zeit immer schwerer, auf seinem Barhocker sitzen zu bleiben, und natürlich schmeißt er das direkt daneben stehende Weinglas irgendwann um. Ady grinst durchgängig wie ein Honigkuchenpferd, selbst wenn er beim Gitarre wechseln ein bisschen gehetzt wirkt (sowohl er wie auch Volk-Man wechseln zwischen akustischen Instrumenten und elektrischen – Unplugged im weiteren Sinne), während Dr. Pest ungewöhnlich zurückhaltend und distanziert wirkt, Sir G. Mit der üblichen Präzision seine Felle bearbeitet und Volk-Man konzentriert die dicken Saiten zupft. Die Songtitel werden nicht angekündigt, Fuchs Ansagen wirken improvisierter als sonst, der Fanclub fängt links von der Bühne zwischenzeitlich an zu pogen und von hinten brüllen immer wieder Leute nach dem 'Seemann' – ein leichter Geschmack von Chaos legt sich über die Veranstaltung. Als Zugabe gibt es noch einmal 'Friede sei mit dir', bevor die Band ihr Zeug packt und sich danach ganz Fan-nah unter das Publikum mischt. Schöne Aktion!

 

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER:

Terra Nola
Komm
Roll My Heart
Friede sei mit dir
Ein leichtes Mädchen
Der Wahnsinn
Der Weg
Lazy Day
Paradies
Erhelle Meine Seele
Wir reiten
ApokalypsO
Friede sei mit dir

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