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BLACKMORE'S NIGHT

Niedernhausen, Rhein-Main-Theater

BLACKMORE'S NIGHT

Bei ihren jährlichen Auftritten in Hessen haben Ritchie Blackmore und seine Wandergesellschaft jedes Jahr bestes Wetter mitgebracht und so ist es schade, dass das Konzert heute keine Freiluftveranstaltung im Taunus ist. Dennoch besitzt das bestuhlte Rhein-Main-Theather mit seinen Balkonen einen gewissen Charme.

Im Vorprogramm ist diesmal wieder ein alter Bekannter des Headliners dabei. THOMAS ROTH (ex-Des-Geyers-schwarzer-Haufen) stellt seine neue Band vor, die heute nur in Minimalbesetzung als Trio auftritt und es auf lediglich 25 Minuten Spielzeit bringt. Im Mittelpunkt der Bandleader an der Keyfiddle/Nyckelharpa, der den Stil selber als „Nyckelharpa trifft auf Folk-Klänge und moderne Weltmusik“ bezeichnet. Und da spielt er heute genau vor der richtige Zielgruppe.

Danach laden BLACKMORE'S NIGHT zu einem romantischen, emotionalen Abend ein und haben dafür das von den letzten Gastspielen bekannte Bühnenbild minimal modifiziert. Die Bandbesetzung der letzten Jahre ist beisammen geblieben. Gleich zu Beginn übernimmt seine Gattin Candice mit ihrer bezaubernden Ausstrahlung das Kommando. Sie hat ihre Deutschkenntnisse wieder etwas erweitert und beeindruckt einmal mehr damit, wie sie den „Man in Black“ aus der Reserve lockt. Der ist wie immer in bester Spiellaune, bietet aber seinen Mitmusikern genügend Spielraum und lässt sein Ego in keinster Weise raushängen.

In der Setlist finden sich mit 'Diamonds And Rust' (Joan Baez) und 'Soldier Of Fortune' (Deep Purple) zwei Coverversionen (bei anderen Shows waren es auch 'Moonlight Shadow' (Mike Oldfield), 'A Whiter Shade Of Pale' (Procol Harum) oder 'Long, Long Time' (Linda Ronstadt)). Am besten wäre es aber, wenn der Großmeister wieder mit seiner Rainbow-Historie aufwarten würde. Das Programm bietet ansonsten weitgehend bekanntes, erwartetes und unverzichtbares Material wie 'Ghost Of A Rose', 'Renaissance Faire', 'Fires At Midnight', 'Durch den Wald zum Bach Haus', 'Under A Violent Moon', 'Toast To Tomorrow', 'Home Again', 'Wind In The Willows', 'Darkness' und 'The Moon Is Shining' (die Nummer bei der Ritchie mit seiner Stratocaster am ehesten an seine alten Zeiten erinnert). Hinzukommen die gewohnten Keyboard- und Drumsoli, die sich langsam aber sicher etwas abnutzen, die für Ritchie aber etwas Auszeit bedeuten und so wohl unverzichtbar sind. Schön wäre aber, wenn auch mal wieder 'Writing On The Wall', 'Shadow Of The Moon' oder 'Ministrel Hall' im Programm auftauchen würden. Zumindest gibt es mit 'All Our Yesterdays' einen Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende gleichnamige neue Album.

Letztlich ist es ein kurzweiliger Abend mit leider nur (!) etwas über zwei Stunden Spielzeit, bei tollem Sound und einer Menge Herzblut der Spielleute, an dessen Ende Candice ihre zwei kleinen Kinder im Empfang nimmt. Man darf sich auf das neue Album und das nächstjährige Gastspiel freuen.

 

SETLIST

Do You Hear The People Sing (Intro)

Cartouche

All Our Yesterday

Darkness

Dance Of The Darkness

Queen For A Day, Part II

Under A Violet Moon
Durch den Wald zum Bach Haus

Soldier Of Fortune

World Of Stone

Allan Yn Y Fan

Renaissance Faire

Keyboard Solo
Drum Solo

The Moon Is Shining

Diamonds And Rust

Ghost Of A Rose

Wind In The Willows

Toast To Tomorrow

Home Again

Mid Winter's Night

Dandelion Wine

Outro (Snoopy)

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