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BLACKMORE'S NIGHT, THOMAS ROTH

Hanau, Amphitheater

BLACKMORE'S NIGHT

Nach seinen Ausflügen in die Rainbow-Vergangenheit ist Ritchie Blackmore wieder mit seinen Spielleuten von BLACKMORE'S NIGHT unterwegs. Und das macht er am liebsten im Sommer in Deutschland.

Zwar ist der heutige Tag im Rhein-Main-Gebiet eher von Unwettern geprägt, aber die Musik der Truppe sorgt sofort für gute Laune. Und die hat die Band selber auch. Ist der Brite bei Rainbow der uneingeschränkte Herrscher, gibt er sich bei seiner Renaissance-Truppe als Teamplayer, steht im Schatten seiner Frau, applaudiert seinen Mitmusikern und lässt sich auch durch den penetranten Fluglärm über dem Gelände nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Er genießt es, wieder in einer anderen musikalischen Welt angekommen zu sein. Wie gewohnt bietet die liebevolle Bühnendekoration den passenden Rahmen, wird die Setlist von Abend zu Abend variiert und beeindruckt der Großmeister mit seinem außergewöhnlichen Spiel an verschiedenen Instrumenten. Bei der Songauswahl greift man allerdings etwas zu sehr auf Stücke anderer Bands/Künstler wie Uriah Heep, Rednex, Joan Baez oder Mike Oldfield zurück. Klar, gegen Deep Purple hat man nichts; zumal Candice bei 'Soldier Of Fortune' den Part von David Coverdale klasse interpretiert. Zum Glück verschont man das Publikum aber mit dem unsäglichen neuen Rainbow-Song ('Land Of Hope And Glory'), der stilistisch sogar besser zu Blackmore's Night passen würde. Die diesjährige Tour steht im Zeichen des zwanzigjährigen Bestehens der Band und so gibt es Songs von neun Alben zu hören. Bewundernswert ist vor allem, dass scheinbar weder Ritchie noch Candice oder die anderen Weggefährten, die schon lange in der Band dabei sind, altern. Und überhaupt konnte der Gitarrist bei Rainbow nie ein Line-up über mehrere Alben konstant halten, hier gelingt es mühelos. Im Mittelpunkt steht nicht der Virtuose, sondern seine Ehefrau, die mit Ritchie immer Rücksprache hält und dann dem Publikum dessen Anmerkungen weitergibt. Zudem begibt sich die Blondine für ein paar Ausflüge ins Publikum und ist immer für ein paar Anekdoten aus der Bandgeschichte gut. Letztlich ist es wieder ein wundervoller Abend, den man mit der britisch-amerikanischen Reisegesellschaft in einer mittelalterlichen Parallelwelt verbringen kann. Nun darf man gespannt sein, ob Blackmore seinen Ausflug zu Rainbow fortsetzt oder sich wieder voll auf BLACKMORE'S NIGHT konzentriert. Zumindest bei den letzten beiden Nummern hat er seine Fender in der Hand, und das muss einfach sein.

Eines der damit dargebotenen Stücke hörte man am Abend bereits schon mal. Im Vorprogramm tritt nämlich traditionsgemäß THOMAS ROTH (früher mit den Geyers unterwegs) auf. Dessen Keyfiddle-Journey mit Harald Scharpfenecker an der Gitarre ist zwar wenig Rock-Hard-kompatibel, aber hochinteressant. Seine Schlussnummer 'Sieben Tage lang' interpretiert Blackmore in einer englischen Version ('All For One'). Beide Versionen sorgen für ausgelassene Stimmung, die lediglich durch die hohen Bierpreise auf dem Gelände getrübt wird. „Ganz frei von Hardrockspuren“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Vorfeld des Konzerts und damit liegt sie für den heutigen Abend auch weitestgehend richtig.
 
 
SETLIST BALCKMORE'S NIGHT
 
Dancer And The Moon
Darkness
Dance Of The Darkness
Under A Violet Moon
Soldier Of Fortune
Durch Den Wald zum Bach Haus
World Of Stone
Shadow Of The Moon
Wish You Were Here
Renaissance Faire
Allan Yn Y Fan
Diamonds And Rust
Keyboard- & Drumsolo
Toast To Tomorrow
Peasant's Promise
Moonlight Shadow
Hanging Tree
Lady In Black
All For One
Loreley

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