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BLACK SABBATH, UNCLE ACID AND THE DEADBEATS

Black Sabbath

BLACK SABBATH

Die Promo für ihre „13“-Tour hätten sich BLACK SABBATH eigentlich auch sparen können – innerhalb kürzester Zeit war die Comeback-Tour der Kultrocker restlos ausverkauft. Allem Enthusiasmus zum Trotz mag sich dennoch der eine oder andere Ticketbesitzer im stillen Kämmerlein gefragt haben, ob ihn am 30. November in der Dortmunder Westfalenhalle der erhoffte „Sabbath Bloody Sabbath“ oder doch eher ein gemächliches Altherrenkonzert erwartet.

Bis sie diesem Rätsel auf den Grund gehen können, wird den ungeduldigen BLACK SABBATH-Fans jedoch zunächst von UNCLE ACID & THE DEADBEATS eingeheizt, und besser hätte der Support wohl kaum ausgesucht werden können. Die britische Combo trifft mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Doom und Psychedelic-Metal aus naheliegenden Gründen genau den Nerv des Publikums. Die SABBATH-lastigen Riffs des spielfreudigen Vierers tun ein Übriges: Ihren wohlverdienten Applaus müssen die Rocker aus Cambridge nach 40 Minuten Dauergroove wahrlich nicht missen.

Knappe 20 Minuten Umbaupause später hat das Warten ein Ende: BLACK SABBATH entern unter tosenden Jubelstürmen die Dortmunder Bretter und liefern mit  ihrem Klassiker 'War Pigs' einen gut gewählten Opener ab. Schnell wird die Hoffnung zur Gewissheit: Die Bandmitglieder sind am heutigen Abend bestens in Form und haben Arme, Finger und Stimmbänder gut geölt. Dass Tour-Drummer und Bühnen-Junior Tommy Clufetos sein Drumsolo nicht nur so ausgiebig zelebriert um sein beeindruckendes Können unter Beweis zu stellen, dürfte zwar kein Geheimnis sein, aber dennoch: Die Saitenfraktion zeigt sich mit Geezer Butler und dem wieder gesundeten Tony Iommi gewohnt virtuos und voll im Saft, während SABBATH-Stimme Ozzy sichtlich an Performance und Kondition gearbeitet hat. Kaum zu glauben, wie agil John Michael Osbourne auf die ihm ganz eigene Duracellhasen-Art über die Bühne hoppelt, von den Reaktionen der Menge angespornt wie ein Flummi auf- und abspringt und dabei nur in den seltensten Fällen einen Ton verfehlt. Die Sympathie des Publikums hat der Fürst der Dunkelheit mit diesem Auftreten im Nullkommanichts im Sack. Wer weiß, vielleicht sind die anhaltenden „Ozzy“-Sprechchöre dem Fronter ja Ansporn genug, auch in Zukunft die Finger von den illegalen Substanzen zu lassen. Doch nicht nur die Tagesform der Briten, auch ihre Setlist lässt kaum Wünsche offen. Mit Gassenhauern der Marke 'Black Sabbath', 'Iron Man' und 'Children Of The Grave' kriegen BLACK SABBATH mühelos auch die Fans älteren Semesters, ohne jedoch ihre aktuelle Scheibe „13“ zu vernachlässigen. Zwei Stunden lang bringen die Herren Osbourne, Butler, Iommi und Clufetos die große Westfalenhalle ohne sichtbare Ermüdungserscheinungen zum Kochen, bevor sie mit 'Paranoid' das letzte musikalische Feuerwerk des Abends zünden und sich in den wohlverdienten Feierabend verabschieden. Vorbildfunktion erfüllt, Fans verzückt, Mission geglückt.

 

SETLIST BLACK SABBATH

War Pigs
Into The Void
Under The Sun/Every Day Comes And Goes
Snowblind
Age Of Reason
Black Sabbath
Behind The Wall Of Sleep
N.I.B.
End Of The Beginning
Fairies Wear Boots
Rat Salad/Drumsolo
Iron Man
God Is Dead?
Dirty Women
Children Of The Grave
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Paranoid

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