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BIGELF, JOLLY, BEND SINISTER

Frankfurt, Nachtleben

BIGELF

Irgendwas stimmt mit der Karriere von BIGELF nicht. Da hat die Truppe vier erstklassige Alben aufgenommen, bereits im Vorprogramm von Dream Theater getourt, aber trotzdem bleibt der Erfolg aus. Heute ist das kleine Nachtleben gut gefüllt, aber eben nicht ausverkauft. Zunächst beeindruckt die mit Technik vollgestopfte kleine Bühne, auf der das abgedeckte Schlagzeug des Headliners schon ein Viertel der Fläche ausfüllt.

Opener sind JOLLY, die im Gegensatz zur nächsten Band in unseren Breitengraden schon einige Veröffentlichungen vorzuweisen haben. Das Quartett passt stilistisch mit seinem Songmaterial an der Grenze von Progressive zu Alternative Rock ganz gut zum Headliner und lebt stark vom Charisma ihres Bandleaders Anadale an Gitarre und Gesang. Optisch erinnert der Schnauzbartträger an die Pornodarsteller der Siebziger und Achtziger. Letztlich ein gelungener Auftritt der New Yorker, die für das gesetztere Publikum ärgerlicherweise erst nach 20:30 Uhr auf die Bühne gehen, was einen langen Abend erwarten lässt.

BEND SINISTER aus Kanada sind die großen Unbekannten des Billings. Aber schon nach den ersten Sekunden hat man das Publikum auf seiner Seite. Einerseits bieten die Jungs coole Outfits, brutale Ausstrahlung, unbändige Spielfreude (im Mittelpunkt Bassist Matt Rhode und Frontmann und Keyboarder Dan Moxon) und andererseits können die „Newcomer“ mit ihrem Songmaterial punkten. Und genau das sollte man sich am Merchstand besorgen, denn für die zahlreichen Veröffentlichungen hat sich bei uns noch kein Label gefunden. Irgendwo zwischen Lynyrd Skynyrd, Queen (sehr guter mehrstimmiger Gesang) und Rush hat man einen eigenen Stil gefunden, der eigentlich in keine Kategorie passt. Kein Wunder, dass man das Publikum mitreißen kann. Definitiv wird man von der Truppe noch hören!

Dann der Headliner BIGELF: Nach interne Querelen hat Mastemind Damon Fox nun eine neue (Tour-)Band beisammen und mit Schlagzeugtausendsassa Mike Portnoy und John Wesley von Porcupine Tree zwei Genre-Promis an Bord. Besonders Mike Portnoy hat sichtlich Spaß und man merkt dem Veteranen seine Freude an, dabei zu sein. Zwar gibt es kein Drumsolo, aber einige der Ansagen werden von Portnoy übernommen und wenn er behauptet, dass BIGELF zu seinen Lieblingsbands zählen, dann will man das glauben. Statt mit zahlreichen anderen Bands und Musikern Projekte zu machen, sollte er sich mal wieder langfristig für eine feste Band entscheiden - Warum nicht für BIGELF? Zur Musik: Im Mittelpunkt des Sets steht natürlich die neue Scheibe „Into The Maelstrom“ und die steht für ganz großes Kino. Letztlich gibt es aber einen gelungen Querschnitt durch die vier Alben der Truppe, der einmal mehr demonstriert, dass man zu den ganz Großen im Progzirkus zählt. Trotzdem bleibt noch die Frage offen, wieso man den Stil der Band auf der Facebook-Seite als „Wonka Metal“ bezeichnet…


SETLIST BIGELF

The Evils Of Rock'n'Roll
Madhatter
Pain Killers
Hypersleep
Alien Frequency
Vertigod
Money Machine
Edge Of Oblivion
ITM
Money, It's Pure Evil
Counting Sheep
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Incredible Time Machine
Blackball