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ASIA

Aschaffenburg, Colos-Saal

Über das Comeback von ASIA in Originalbesetzung 2006 hatte man sich gefreut und insgeheim damit gerechnet, dass nach dem ersten gemeinsamen Album vielleicht noch eine Tour und ein Livealbum folgen könnten und die alten Herren Palmer, Wetton, Howe und Downes dann wieder die Segel streichen würden. Getäuscht! Nicht nur, dass die Großmeister zwei hervorragende Studioalben (John Wetton hat eben sogar noch ein Soloalbum nachgelegt) und ein Livealbum veröffentlichten, jetzt tourt man schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres in Deutschland – Altersruhestand sieht anders aus.

Wie im Vorjahr ist man ohne Vorband unterwegs, startet um 20.15 Uhr und bietet einen gelungenen kurzweiligen Auftritt. Im Vergleich zur letzten Show in Aschaffenburg sind dabei nur wenige Änderungen angesagt. Die Setlist ist nahezu identisch (gestrichen werden leider 'Go', 'Finger On The Trigger' und 'Here Comes The Feeling' wogegen 'Wildest Dreams' diesmal Berücksichtigung findet). So ist die Spielzeit auch etwas kürzer, wobei man immer noch auf respektable 105 Minuten kommt und diesmal keine zwei Sets mit einer Pause zwischendrin einlegt. Ferner setzt man eine wenig spektakuläre Projektionswand ein.

Zum Auftakt dominieren Nummern der Comebackphase und die können sich gegen die Klassiker durchaus hören lassen. Und überhaupt gibt es ASIA pur. So wird einmal mehr deutlich, welche Hitdichte die Supergruppe zu bieten hat und dass bei den Ausnahmemusikern auch wieder Solo-Einlagen nicht fehlen dürfen, ist klar. Zuerst bietet Steve Howe auf der Akustikgitarre einen Beweis seines Könnens und später spielt Carl Palmer – integriert in 'The Heat Goes On' – ein virtuoses und mitreißendes Drumsolo, bei dem er eindrucksvoll beweist, dass er immer noch zu den Großmeistern des Instruments zählt. Im Mittelpunkt der Show steht aber einmal mehr John Wetton, der sichtlich Spaß am Auftritt hat und noch immer gut bei Stimme ist. Optisch sieht die Truppe in ihrer Freizeitkleidung aus, als ob man sich auf einer Karibikkreuzfahrt befindet und Steve Howe wirkt diesmal körperlich etwas stabiler. An der Gitarre ist er jedenfalls noch in Höchstform und ein Flitzefinger, dem niemand etwas vormacht. So gelingt es den Veteranen, ihr musikalisches Vermächtnis eindrucksvoll zu verwalten und auch, wenn der Colos Saal nicht so voll wie im Vorjahr ist, dürfte jeder der Anwesenden beim nächsten Gastspiel der Truppe wieder dabei sein. Dann sollte man in der Setlist auch einige Nummern anderer, ehemaliger Bands der Musiker wie ELP, The Buggles, Yes, UK oder King Crimson berücksichtigen, da die Herren ein großes musikalisches Vermächtnis tragen, welches einfach weitergeführt werden muss. Man wünscht den Herren dazu vor allem Gesundheit!

 

SETLIST:

I Believe
Only Time Will Tell
Holy War
Never Again
Through My Veins
Steve Howe Solo
Don`t Cry
The Smile Has Left Your Eyes
Open Your Eyes
Wildest Dreams
Time Again
An Extraordinary Life
End Of The World
The Heat Goes On
Drum Solo
Sole Survivor
+++
Heat Of The Moment