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DECISION TO HATE, INFINITE HORIZON, ACCU§ER

Vortex, Siegen

ACCUSER

Das Siegerland ist nicht gerade für eine Masse an Metalbands oder Konzertlocations bekannt, aber wenn eine Auswahl der dienstältesten und bekanntesten Bands aus dem Umkreis in der wohl meistbespielten Konzertlocation für Hartwurstmusik im Umkreis auftreten, dann ist die Stimmung auf jeden Fall prächtig und der Laden voll. Auch die Tatsache, dass allerbestes Grill- und Badewetter herrscht und die Bands recht unterschiedliche Genres bedienen,  hält die lokale (und auch weiter hergereiste) Metalgemeinde nicht davon ab, sich heute Abend jede Band zu geben und auch abzufeiern.

Infinite HorizonUm fünf vor neun eröffnen INFINITE HORIZON mit '28 Days' den Abend vor fast leerer Halle, welche sich aber bereits während der ersten zwei Songs gut füllt. Bei 25° Außentemperatur stehen die meisten natürlich lieber draußen als im zuweilen stickigen Vortex. Die Band stört das aber keineswegs, musikalisch kompetent bietet der Sechser seinen Prog-Metal dar, was das anwesende Publikum mit viel Applaus honoriert. Lediglich bei der Publikumsanimation hält sich die Band etwas zurück, erst beim offensichtlichen Bandhit 'Daydreamer' versucht Sänger Marc Lemler die Zuschauer zum Mitklatschen zu bewegen, was zumindest die vordere Hälfte dankend annimmt. Insgesamt ein unterhaltsamer Auftritt!

Während der Umbaupause flüchten dann fast alle Anwesenden ins Freie, um der drückenden Wärme und dem Rauchverbot zu entkommen. Jedoch hat sich der ein oder andere bereits etwas früher wieder vor die Bühne begeben, um den Start von DECISION TO HATE nicht zu verpassen. Decision To HateDie Death/Thrash-Combo steigt sofort druckvoll ein, und kurze Zeit später kreisen um mich herum die ersten Matten. Fronter Thogarma, der mich von der Mimik an Abbath ohne Corpsepaint erinnert und zwischen den Songs kurze Rotweinpausen macht, schreit seine Hasstiraden mit purer Aggression in sein Mikrophon (dessen Ständer stilecht mit Stacheldraht dekoriert wurde) und auch der Rest der Band macht einen durchaus kompetenten Eindruck. Trotzdem komme ich nicht drumherum, das Ganze irgendwie aufgesetzt zu finden. Der Großteil des Publikums hat hingegen offensichtlich eine Menge Spaß und honoriert den 45-minütigen Auftritt mit zustimmendem Gröhlen.
Nach dem Auftritt drängt wieder der Großteil der Anwesenden nach draußen, doch zu den ersten Klängen des "Diabolic"-Openers 'Apocalyptic Decay' ist der Laden dann richtig voll.

ACCUSER, ihreszeichens der wohl bekannteste Metal-Export Südwestfalens, machen von Beginn an keine Gefangenen. Bei gutem Sound gibt es einen Streifzug durch die mittlerweile 27-jährige Geschichte der Siegener. Die gute Laune und Spielfreude ist den Akteuren anzusehen, besonders Bassist Frank Kimbel scheint die Bühne viel zu klein zu sein, er steht beinahe kontinuierlich an der Bühnenkante und heizt die Anwesenden mit Gestik und Mimik an. Das ist aber kaum nötig, von Beginn an wird gebangt und mitgebrüllt, was Fronter Frank Thoms sichtlich gefällt. Höhepunkte in dem laut Bandmanager Bastian Brühl "wohl längsten Set, das sie je gespielt haben" sind das lautstark mitgebrüllte 'Torn To Pieces' und der Bandklassiker 'Who Dominates Who', ab dem bei jedem Song kräftig gemosht wird. Um zehn nach zwölf beendet 'Beyond The Blackness' das reguläre Set nach etwa einer Stunde. Einige Zugaberufe später hängen sich die Siegener Thrash-Veteranen ihre Arbeitsgeräte nochmal um, um als Zugabe die beiden "Dependent Domination"-Songs 'Beneath Your Dignity' und 'Escape From The Oath' zu zocken. Zum abschließenden zweiten Bandklassiker 'Unite/Divide' ziehen die Paragraphenreiter dann einige Fans auf die Bühne, die dort mit den Musikern um die Wette posen dürfen. AccuserUm kurz vor halb eins erklingt dann der letzte Akkord, und ca. 200 nassgeschwitzte Gestalten verlassen das Vortex mit einem breiten Grinsen.

ACCUSER sind und bleiben live ein wahre Macht, die sich nicht vor den Großen der deutschen Szene verstecken braucht. Außerdem fällt heute auf, dass viele Fans nicht nur aufgrund der Szeneveteranen, sondern auch wegen der anderen Bands gekommen sind. Lobend zu erwähnen sind außerdem die Merchpreise: Für CDs und Shirts wird meistens ein Zehner fällig, was ich für eine sehr faire Preispolitik halte,  zumal der Eintritt ebenfalls lediglich 10 Euro gekostet hat.

 

SETLIST ACCUSER

Apocalyptic Decay
Rotting From Within
Repent
Cannibal Insanity
Torn To Pieces
Misery
Who Dominates Who
Fatal Vision
Sadistic Terror
Beyond the Blackness
----------
Beneath Your Dignity
Escape From The Oath
Unite/Divide

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