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NAZARETH

Aschaffenburg, Colos-Saal

Gratulation! NAZARETH feiern ihr vierzigjähriges (!) Jubiläum und sind mal wieder auf Tour. Gemäß dem Motto (bzw. alten Plattentitel) "Still Loud And Proud" beweisen die beiden Veteranen Dan McCafferty und Dan Agnew zusammen mit dessen Sohnemann Lee an den Drums und Gitarrist Jimmy Murrison einmal mehr, dass die Schotten noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Geboten wird ein Best-of-Set mit nur einer Nummer vom letzten Album ('The Gathering'), welche beweist, dass man früher wie heute ein gelungenes Händchen für Melodien und Härte hat. So ist der heutige Abend in erster Linie eine Zeitreise zu den Wurzeln des Hardrocks, zu dessen Entstehung und Entwicklung die Truppe über die Jahrzehnte maßgeblich beigetragen hat und dessen Langlebigkeit abgefeiert wird.

Im Mittelpunkt steht natürlich Dan McCafferty. Der alte Haudegen ist ein klasse Entertainer und immer noch gut bei Stimme. Mit seinem außergewöhnlichen Organ, welches die Songs prägt, ist der Mann ein Gesamtkunstwerk und unkaputtbar. Warum er als Schotte allerdings in einem Jack-Daniels-Shirt bekleidet ist, bleibt unverständlich. Der bessere Whiskey kommt definitiv aus seinem Heimatland und in dem Shirt würde er auf der Insel bestimmt Ärger bekommen.

In der Setlist finden sich neben den beiden Balladen 'Love Hurts' und 'Dream On' mit 'Heart`s Grown Cold' noch eine Dritte, die es mit den beiden Chartbreakern locker aufnehmen kann. Und auch wenn das Quartett alles andere als eine Coverband ist, fällt mal wieder auf, wie klasse die Nummern aus fremder Feder interpretiert werden, so, als wenn sie von ihnen selber geschrieben wären ('Cocaine', 'My White Bicycle', 'This Flight Tonight', 'Love Hurts' und 'Morning Dew'). Da die Spielzeit leider nur bei knapp über 90 Minuten liegt, fehlen heute Abend einige Klassiker, wie 'Star', 'Expect No Mercy' oder 'Holy Roller', aber auch vom starken letzten Album hätte man gerne noch was gehört. Fazit: Auch wenn der Spruch ausgelutscht ist: Old soldiers never die! Rock on!

Noch ein paar Worte zur Vorgruppe. Die sind heute OEL aus dem Odenwald und fallen mit ihrem Alternative Rock eher unter die Kategorie "Nett, aber nicht das, was man sich als Opener gewünscht hätte". So rockt das Quintett ordentlich, kommt aber nicht über den Höflichkeitsapplaus hinaus.

SETLIST NAZARETH:

Telegramm

Turn On Your Reciever

Miss Misery

Dream On

Bad, Bad Boy

The Gathering

My White Bicycle

Heart`s Grown Cold

Cocaine

Shanghai'd In Shanghai

Hair Of The Dog

Holiday

Love Hurts

+++

Long Black Veil

See Me

Razamanaz

This Flight Tonight