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MONSTER MAGNET, MILLENCOLIN, NOFX, FOO FIGHTERS, BEATSTEAKS, BILLY TALENT

Hurricane Festival 2008

Auch 2008 fanden sich wieder 70.000 Musikbegeisterte am Eichenring in Scheeßel ein, um auf dem ausverkauften HURRICANE-Festival dem bunten musikalischen Programm zu lauschen, die entspannte Atmosphäre zu genießen oder einfach nur jeder Menge schöner Frauen hinterher zu gucken. Wir checkten für euch die Gigs der Rock-Hard-relevanten Combos aus.

Freitag

MONSTER MAGNET legen um 19:45 Uhr auf der Hauptbühne los. Die Erwartungen an den Gig sind eher gering, zu zerfahren wirkte das letzte Album, zu unpräsent die Band in Europa in den letzten Jahren. Doch Dave Wyndorf und Co. verzichten fast vollkommen auf neueres Material und legen einen Klassiker nach dem anderen auf. Mit 'Crop Circle', 'Negasonic Teenage Warhead' oder 'Powertrip' bringt Wyndorf immer noch jede Meute zum Glühen. Die erhebliche Gewichtszunahme des Sängers scheint seiner Stimme sogar zu Gute gekommen sein, klingt seine Rockröhre heute noch kraftvoller.

Anschließend machen sich NOFX auf, ihren Spaßpunk in die Menge zu feuern. Dabei ist das Gebotene wie so oft Geschmackssache. Mir ist das Ganze zu oft gekünstelt auf happy getrimmt und zu selten richtig energisch. Fat Mikes alberne Ansagen tun ihr Übriges.

Wie gut, dass die BEATSTEAKS da aus einem anderen Holz geschnitzt sind. Auch hier gibt es lustige Ansagen, die aber nie zur Albernheit verkommen. Liegt vielleicht daran, dass Arnim Teutoburg-Weiß einfach der geborene Entertainer ist. Die "Schlagschnitzel" geben auf jeden Fall wieder ordentlich Gas. Eigentlich alles ok, doch aus unverständlichen Gründen ist der Sound ab Höhe des FOH-Turms nur noch auf Zimmerlautstärke zu vernehmen. Was ist hier los? Ein Beitrag zum Klimaschutz? Maßnahme zum Stromsparen? Die hinteren Reihen skandieren auf jeden Fall immer wieder "Lauter, lauter"-Rufe, doch eine Verbesserung der Situation tritt nur partiell ein. Schade, denn so verebbt die gute Stimmung auf halbem Wege. Noch eine Randnotiz: Die Idee bei den BEATSTEAKS, sämtliche Kameraaufnahmen auf den Leinwänden in Schwarz-Weiß zu übertragen, mag zwar künstlerisch einen gewissen Wert besitzen, ist aber aus weiter Ferne nicht sonderlich interessant anzusehen. Zwei Wermutstropfen eines spielerisch grandiosen Gigs.

 

Samstag

THE INTERNATIONAL NOISE CONSPIRACY legen in der prallen Nachmittagssonne in einer ziemlich bescheuerten Garderobe aus lila Roben und Anzügen los. Nicht nur von dem Aussehen ein Abstieg, auch von der musikalischen Darbietung lautet der Grundtenor nach dem Gig: "Die konnten mal mehr".

Auch MILLENCOLIN können live nicht auf ganzer Linie überzeugen. Trotz des bärenstarken neuen Albums "Machine 15" im Gepäck, will der Funke trotz idealen Wetters nicht so recht überspringen. Vielleicht fehlen der Band einfach die Charakterköpfe, um auf großen Festivalbühnen bestehen zu können. Erst mit der im Zugabenblock gespielten Single 'Detox' kommt nochmal das nötige Feeling auf. Schade.

BILLY TALENT treten um 21:15 Uhr auf die Bühne und lassen ihren nicht abbrechenden Hit-Orkan von der Leine. Als geschickter Schachzug entpuppt sich die Entscheidung, den Übersong 'This Is How It Goes' erst an dritter Stelle zu platzieren, denn so hat sich die Menge bei 'Perfect World' und 'Devil In A Midnight Mess' schon warm gerockt und lässt anschließend eine gigantische Hüpforgie losbrechen. Der dadurch aufgewirbelte Staub wird sich bis zum Ende des Gigs nicht mehr legen. Keine Frage: BILLY TALENT wissen die Massen zu bewegen. Sehr viel versprechend tönt der neu vorgestellte Song 'Turn Your Back'.

Der direkte Vergleich zu BILLY TALENT lässt die FOO FIGHTERS ganz schön alt aussehen. Zwar eröffnet die Band mit dem Smasher 'The Pretender', verrennt sich im Laufe des Sets aber zu sehr in Jamorgien, Soloeinlagen und einer halbstündigen Akustiksession. Weiterentwicklung in allen Ehren, es ist nachvollziehbar, dass eine Band nicht immer die gleichen "Drei-Akkord-gute-Laune-Nummern" zocken will, aber was nützt die Hinzunahme von vier Gastmusikern, wenn das Dargebotene schlicht unter der Rubrik "langweilig" zu verbuchen ist? Die Band rettet sich zwar durch ihre Hits wie 'Breakout', 'All My Life' oder das abschließende 'Best Of You', aber summa summarum ist der Gig eher als "semi-geil" zu verbuchen.

Den Sonntag klemmt sich die ROCK HARD-Fraktion aufgrund nur weniger hart rockender Bands und einer Unwetterwarnung.

Auch in diesem Jahr konnte man in Scheeßel viel Spaß mit dem musikalisch vielseitigen Programm haben. Lediglich der streckenweise leise Sound und das zu Headliner-Zeiten etwas zu prall gefüllte Gelände sind negativ aufgefallen. See you in 2009!

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