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PALLAS, FROST

PALLAS, FROST - Frankfurt, Sinkkasten

Prog-Alarm im Rhein-Main-Gebiet. Nachdem vor zwei Wochen IQ ihr Gastspiel gaben, sind es jetzt mit PALLAS die nächsten Prog-Veteranen, die beweisen, dass ihre Zeit noch lange nicht abgelaufen ist. Dass die Schotten im Gegensatz zu IQ dabei eine geringere Fanschar anlocken, liegt vielleicht an der Location (der Sinkkasten ist nicht unbedingt ein Prog-Mekka) und daran, dass sich die Schotten zwischenzeitlich zehn Jahre eine Auszeit gegönnt haben.

Mit FROST hat man sich den Newcomer der Stunde ins Vorprogramm geholt. Und auch wenn das Projekt um Jem Godfrey eigentlich ein Newcomeract ist, hat man es insbesondere wegen der Star-Besetzung mit Andy Edward und John Jowitt (beide IQ) und John Mitchell (Kino, Arena) mit einer All-Star-Vereinigung zu tun. Dementsprechend professionell geht das Quartett auch zur Sache. Optisch im Mittelpunkt und in der Bühnenmitte aufgestellt, ist der Starproduzent, dem es sichtlich Freude bereitet, niveauvolle Musik zu zelebrieren und ein Bandfeeling zu genießen. Obwohl die Truppe wenig Gelegenheit hatte sich einzuspielen, scheint und klingt das Kleeblatt harmonisch und souverän. Hoffentlich entwickelt sich aus der Projektidee eine feste Band, denn mit dem Debüt "Milliontown" (dessen Titelsong - neben 'Hyperventilate' und 'Black Light Machine'- in ganzer Länge gespielt wird) und der Bühnenpräsentation hat man sich auf der Tour zahlreiche Freunde erspielt. So verwundert es auch nicht, dass die mitgebrachten CDs am Merchandisestand schnell ausverkauft sind.

PALLAS sind alte Hasen und so kann es die Jungs aus Aberdeen auch nicht aus der Ruhe bringen, als gleich zu Beginn des Sets erstmal der Bassverstärker nicht funktioniert. Frontmann und Gitarrist Alan Reed (die Gitarre hat er allerdings nur selten umgeschnallt) überbrückt mit einer Spontanversion von Van Halens 'Jump' souverän die Situation. Was dann folgt, ist eine emotional ergreifende Zeitreise durch die Veröffentlichungen des Quintetts, welche einmal mehr eindrucksvoll bestätigt, dass die Truppe zu den ganz Großen des Genres zählt. Im Mittelpunkt dabei eindeutig Alan Reed, der optisch an einer coolen Variante des Bundes-Jogis erinnert und sicherlich einer der extrovertiertesten Frontmänner der Szene ist. Höhepunkt der zweistündigen Show (an der Spieldauer sollten sich mal "Kurzarbeiter" wie Bullet For My Valentine, Disturbed oder Atreyu ein Beispiel nehmen) ist die abschließende Jam-Session, bei der alle beteiligten Musiker des Abends in einer furiosen Version 'Black Night' von Deep Purple bearbeiten. Ein klasse Anblick, denn selten zuvor war die Bühne im Sinkkasten so gut gefüllt (insbesondere hinter den Keyboards und Drums -mit jeweils zwei Musikern- ist es mehr als beengt). Die beste Nachricht ist allerdings, dass die Jungs versprechen, bald wieder in Frankfurt aufzutreten. In diesem Sinne: Prog on!

 

Setlist PALLAS

Spontan: Jump

Cross And The Crucible

Greater Glory

Warriors

Executioner

Ghostdancers

Northern Star

Queen Of The Deep

Heart Attack

Crown Of Thorns

Beat The Drum

Midas Touch

Invincible

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Arrive Alive

Pallas with Frost: Black Night

 

Pics: Britta Stippich