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HYPROGLOW, SPIN SPIN SUGAR

Bochum Matrix

1...2...3... KREUZBANDRISS!!

Sound Religion Newcomer Stage mit SPIN SPIN SUGAR und HYPROGLOW...Band Nummer 1 an diesem Abend nennt sich...

SPIN SPIN SUGAR und spielen 'Girl- fronted- Elektro-Rock'. Als Super-Promotion-Gag haben die 4 aus Düsseldorf Feuerzeuge mit Bandaufdruck überall in der Matrix verteilt. Da sich leider, leider nur sehr wenige Leute (zeitweise wurden 15 Nasen gezählt, meist waren es allerdings nur so um die 10) in die Matrix verirrt haben, bleiben wenigstens genügend Feuerzeuge für einen selber zum Abschleppen übrig. Frontfrau Antje lässt sich von der geringen Zuschauerpräsenz allerdings wenig beeindrucken und springt in bester Gwen Stefani meets Guano Apes- Manier über die kleine Bühnenfläche. Power pur. Was man von ihren Kollegen nicht unbedingt behaupten kann, die scheinen doch ein wenig gehemmt zu sein.Gitarrist Guido wirkt phasenweise sehr konzentriert die richtigen Pedale seines Verzerrers zu treffen, und Kettenraucher Björn muss sich schon nach zwei Dritteln des Gigs eine Zigarette in den Mund stecken. Schadet allerdings seinem an Meg White erinnernden Getrommel nicht weiter... Zwischen den Songs versucht Antje auch immer wieder (vergeblich) dasPublikum zum Tanzen zu animieren ('Ihr könnt gerne ein bisschen mitwippen' oder 'Vielleicht krieg ich euch ja noch zum Tanzen'). Denn einige Songs, wie z. B. 'Sleeping Beauty' oder 'Cruel' sind richtig coole, dahingerotzte Nummern mit eingängigen Refains, die sich durchaus zum Abgehen eignen.Insgesamt sind die Songstrukturen relativ einfach, so finden sich bei genauerem Hinhören ein paar Nummern über die Liebe mit Textzeilen wie 'I still cry for you' oder 'What's wrong with me since you are gone?', die die üblichen zwischenmenschlichen Probleme thematisieren. Obendrein gibt's noch ein paar Songs, in denen es eher um Party und um Spaß haben geht, mit Zeilen wie 'So here we go' oder 'Out of control'. SPIN SPIN SUGAR bieten jetzt zwar nichts weltbewegend Neues, aber sind durchaus eine unterhaltsame und attraktive Live-Band mit einigen Highlights. Und ein paar Zuschauer mehr hätten sie allemal verdient.

Nun folgt HYPROGLOW...sehr interessanter Name...HYOPROGLOW sind 5 Jungs aus Essen und kurzfristig für Sleeping Sun eingesprungen. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie eine Art Schülerband mit Elvis am Schlagzeug und man stellt sich schon mal seelisch auf'ne Ladung melodielastigen Emo- College- Heul- Rock ein. Weit gefehlt! Vom ersten Song an geht's richtig ab.Ihr Stil lässt sich irgendwie kaum beschreiben (leider lässt sich auch keine Definition auf der Homepage finden), aber die Zutaten sind auf alle Fälle brachiale Riffs, die einfach nur reinknallen und geradezu nach Bangen und moshen schreien, gekoppelt mit Melodien, die manchmal an die Lostprophets, manchmal an die Chili Peppers erinnern - nur noch viel Härter. Ehrliche Musik eben, voller Power. Sänger Mathias schreit sich die Seele aus dem Leib und springt ununterbrochen über die Bühne und manchmal auch (vielleicht weil die Bühne viel zu klein ist für so viel geballte Energie) durch den gesamten Zuschauerraum. Und so entschuldigt er sich noch dafür, keine Sprünge Machen zu können - 'wegen des rutschigen Bodens'. Sonst gäbe es nämlich '1,2,3: Kreuzbandriss'. Doch auch der Rest der Band steht nicht untätig rum, sondern glänzt durch Spielfreude und perfekte Instrumentenbeherrschung. Und finden die Kerls dabei immer wieder Zeit, für die Kamera zu Posen.Highlights des heutigen Sets sind auf alle Fälle 'So High' (vielleicht der geilste Riff des Abends - zuerst spielt der Bass ein Intro, dann setzt der Rest der Band ein und...es fehlen einem die Worte. Hammer!),'Stoke' ist eine richtig schnelle Nummer, gespickt mit einigen Tempowechseln und bei 'Deny It' geht es nochmal richtig ab. Mein Gott, hauen die Riffs rein. Ein echter Ohrwurm.Hyproglow geben auch einige Songs ihres neuen Albums, das nächstes Jahr erscheinen soll, zum besten und wenn alle Stücke so klingen, wie die des heutigen Abends, dann ist dieses Album ein absoluter Pflichtkauf. Ein Set, das fast nur aus Highlights besteht, nie langweilig wird, so dass man total den Blick auf die Uhr vergisst... und total perplex guckt, wenn dann leider nach ca. 50 Minuten der Spaß schon wieder vorbei ist ('Häh?! Spielen die schon so lange?!'). Und man erschauert wohlig bei dem Gedanken daran, wie es wohl bei dieser Band erst abgehen muss, wenn die Hallen voller wären...

Setlist Spin Spin Sugar

1. Spintroduction

2. Someone like you

3. Under my nails

4. R u ready

5. Sleeping beauty

6. Cruel

7. Somebody out there

8. Life in chains

9. Out of control

10.1000 miles

11.Way to say goodbye

www.spinspinsugar.de

Setlist Hyproglow:

1. Evidently Sad

2. My Innerself

3. Changes

4. OT OT W

5. With You

6. So High

7. Pain

8. Stoke

9. Cincinatti

10.Deny It

11.Free

www.hyproglow.de