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KREZIP

Köln, Prime Club

Da das KREZIP-Debüt zum Konzertzeitpunkt in Deutschland gerade erst veröffentlicht worden war und sich die Popularität somit noch in sehr überschaubarem Rahmen hielt, rechnete ich mit einer öffentlichen Probe vor einer Handvoll Leuten. Doch Pustekuchen! Rund um den Prime Club parkten so viele holländische Busse wie sonst nur beim Weihnachtsmarkt.

In KREZIPS Heimat wurde "Nothing Less" nämlich schon vor einem Jahr veröffentlicht und verkaufte dort über 300.000 Exemplare, was angesichts der geringen Einwohnerzahl Hollands ungefähr mit dem deutschen Phänomen Rammstein vergleichbar ist. Die Chance, Krezip noch einmal bei einem kleinen Club-Konzert zu erleben, war rund 250 niederländischen Fans eine Reise wert. Sie sorgten zudem für eine prächtige Stimmung und sangen fast jede Textpassage mit; lediglich das permanente Schwenken von Wunderkerzen und Teddybären war für meinen Geschmack etwas zuviel des Guten, denn derlei Teenie-Devotionalien passen nur zum Alter (17 bis 19 Jahre), nicht aber zum musikalischen Anspruch der Band. Die agierte nämlich höchst professionell und gab sich weder spielerisch noch optisch eine Blöße. Vor allem Sängerin Jacqueline Govaert sprühte vor Energie und stand der Power-Performance von Die Happy-Marta in nichts nach, wenngleich sie ein völlig anderer Typ ist. Mit erstaunlichem Selbstbewusstsein dirigierte sie die Fans und sang so ganz nebenbei selbst die schwierigsten Passagen fehlerfrei. Auch der Rest der Band war ständig in Bewegung und strotzte vor Spielfreude - eine ideale Mischung aus jugendlicher Frische und der Erfahrung diverser Touren. Bitte wiederkommen!