RH #99Interview

ANTISEEN

Blutige Sümpfe

Unter der Flagge der Konförderierten bewegen sich keinesfalls nur konservative rechte Gestalten, sondern auch kritische musikalische Gesellen, die sich gegen Rassismus und Chauvinismus wenden. Darunter fallen ANTISEEN aus North Carolina. Seit zwölf Jahren krabbeln sie regelmäßig aus den Sümpfen ihrer Heimat und tummeln sich in europäischen Gefilden. Hanno Kress holte sich Sänger und Waschbrettspieler Jeff Clayton vors Mikrofon.

»Wir kommen alle aus sehr kleinen Dörfern und wurden dazu erzogen, jedem Menschen mit Respekt entgegenzutreten. Das hieß, du konntest in der Nachbarschaft deine Tür offenstehen lassen und die Familien hatten einen stärkeren Zusammenhalt, erzählt der zottelige, untersetzte Jeff.«

Dass sich hinter der vernarbten Stirn und den speckigen Klamotten ein liebevoller Vater verbrigt, würde wohl keine Schwiegermutter vermuten.

»Meine vierjährige Tochter veehrt Alice Cooper und Kiss. Sie singt am liebsten 'Welcome To My Nightmare'. Ich selbst erinnere mich an das Jahr 1973. Damals kaufte ich mir "Billion Dollar Babies". Später habe ich von ihm eine Show im Fernsehen gesehen und sofort wollte mein Vater den Kanal wechseln: "Diesen schwulen Sack tue ich mir nicht an." Ich dachte nur: "Cool, der Alte wird wütend."«

Seitdem zählt Alice Cooper zu Jeffs maßgeblichen Einflüssen.

»Wir hören uns zudem viel Country-Mucke an. Songs, die nie länger als zwei Minuten dauern. George Johns und David Alan Coe, aber auch Motörhead und die Ramones. Schnelle, einfache Musik.«

Die...

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