RH #97Interview

HORSEHEAD

Das große Muffensausen

Das gute alte Rock'n'Roll-Märchen gibt's doch noch, und Kapitel eins haben die Australier HORSEHEAD schon bravourös hinter sich gebracht.

 

Sänger Andy McLean ruft mich um 21.30 Uhr seiner Zeit an - bei uns ist es erst 11.30 Uhr mittags - und zeigt sich unüberhörbar davon begeistert, daß das Interesse an seiner Band auch in Europa langsam aber stetig steigt.

Die Down Under-Kapelle ist eine der großen Überraschungen 1995. Und das mit einer Platte, die in heimatlichen Gefilden bereits 1993 veröffentlicht wurde. Andy kann es noch gar nicht fassen, daß "Horeshead" inzwischen via Rough Trade auch in Deutschland vertrieben wird.

"Das ist ja super", lacht er. "Davon wußte ich noch gar nichts. Echt klasse!"

Genauso klasse wie die Scheibe selbst. Roher Down Under-Rock'n'Roll vermischt sich mit modernen Grooves und einer emotionellen Ausstrahlung, die bei Songs wie 'Miss Your Mind' oder 'Sun' wehmütige Erinnerungen an die Spätphase der seligen Bullet LaVolta aufkommen läßt. HORSEHEAD treten mit diesem Album außerdem den Beweis an, daß Rock'n'Roll immer noch aus dem Bauch kommen muß und nichts mit Marketinganalysen und Labelstrategien zu tun hat.

"In Australien mußt du dich zunächst als Live-Act beweisen", erzählt Andy. "Sonst wirst du von den Leuten nie akzeptiert. Dennoch sind wir 1992 - gar nicht lange nach der Bandgründung - einfach aus Spaß und ohne Plattenvertrag ins Studio gegangen und haben die Aufnahmen mit den paar Dollars finanziert, die wir uns durch Konzerte angespart...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen