RH #285Titelstory

NACHTMYSTIUM

DIE DICKSTEN DINGER DES JAHRES - NACHTMYSTIUM

Unbequeme Freigeister

NACHTMYSTIUM sind mit ihren letzten Alben dem garstigen Black-Metal-Underground entwachsen - ohne ihm endgültig den Rücken zu kehren, ohne Anbiederungen an Trends und mit erhobenem Haupt. Entsprechend egal ist es der Chicago-Posse, wem sie mit ihrer Freigeist-Attitüde vor den Kopf stößt.

Das Brillante an NACHTMYSTIUM ist die Fähigkeit, so weit über den Tellerrand des Black Metal zu blicken, dass Traditionalisten umgehend die Galle überkocht - und dennoch konsequent authentisch zu bleiben. Bandboss Blake Judd (g./v.) ist mit einer waghalsigen Diskografie aus Pink Floyd, Nine Inch Nails und Burzum aufgewachsen. Nach diversen puren Black-Metal-Releases entsann sich der Mastermind in einer Mischung aus früh einsetzender Altersmilde, gereiftem handwerklichem und kompositorischem Können und einer ohnehin ausgeprägten Leck-mich-am-Arsch-Attitüde seiner weniger derben Geschmackswurzeln.

»Pink Floyd waren die erste Band, die mir eine echte Gänsehaut verschafft hat«, erzählt Blake in einem seiner Interviews mit dem Rock Hard. »„The Downward Spiral“ von Nine Inch Nails hörte ich zum ersten Mal als Zwölfjähriger, und es hat mich total umgehauen. Ministry liebe ich genauso, auch wegen ihres Lifestyles.«

Dieser dezente Hinweis auf das Verwenden bewusstseinserweiternder Substanzen als künstlerisches Selbstverständnis äußert sich auch in Artworks wie dem berüchtigten „Mushroom-T-Shirt“. Judds Ausflüge in die Welt von Psychedelik, Mainstream-Industrial und Killing...

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