RH #284ToneZone

TONEZONE-SPECIAL - Seele, Schweiß, Gefühl

Der Produzent MOSES SCHNEIDER hat die Studioszene mit Live-Sessions aufgemischt und ist dafür für den deutschen Musikpreis „Echo“ nominiert worden. Auch die Rock-Hard-Leser schätzen die Energie des KREATOR-Albums „Hordes Of Chaos“.

Moses, welche Erfahrungen haben dazu geführt, dass du dich darauf spezialisiert hast, Bands im Studio „live“ ohne Clicktrack aufnehmen zu lassen?

»Die Erleuchtung kam 1987 im Hansa-Studio mit der Band Crime And The City Solution. Bis dahin kannte ich nur die „Sandwich“-Aufnahme, d.h. zuerst den Click aufnehmen, dann die Drums, den Bass, alles andere und zum Schluss - kurz vor dem Mixen - den Gesang. Wenn man Pech hatte, stellte sich bei den Gesangsaufnahmen dann heraus, dass der Song entweder zu schnell oder zu langsam war oder zu tief bzw. zu hoch. Egal, denn zu diesem Zeitpunkt war eh alles zu spät. Dann konnte nur noch die Varispeed-Taste helfen, indem man die Aufnahmemaschine langsamer oder schneller laufen ließ. Wenn das nicht half, flog der Song meistens vom Album. Als die oben genannte Band in den Aufnahmeraum ging, bis vier zählte und den Song gemeinsam ohne Click spielte, konnte man sofort den ganzen Titel hören, das Gefühl beurteilen, genießen und abfeiern. Von jetzt an war klar: nie wieder im „Sandwich-Verfahren“ nacheinander aufnehmen, sondern wie auf der Bühne oder im Proberaum ohne Click und ohne Kopfhörer drauflosrocken.«

Deine Arbeitsweise unterscheidet sich deutlich von dem, was in den letzten zehn Jahren „Standard“ war. Wie gehst...

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