RH #284Titelstory

MIKE PORTNOY

When Dream And Day Collide

„Ich muss euch etwas mitteilen, von dem ich nie geglaubt hätte, dass ich es jemals schreiben würde. Nach 25 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, DREAM THEATER zu verlassen - die Band, die ich gegründet, angeführt und ein Vierteljahrhundert geliebt habe.“

Mit diesen Worten verkündete Mike Portnoy auf seiner Website seinen Ausstieg bei DREAM THEATER. In der Rock-Geschichte haben zahllose Musiker ihre Bands verlassen, aber normalerweise sind solche Dramen vorhersehbar. Lange im Vorfeld gibt es Spannungen, Eifersüchteleien, Kämpfe, Intrigen oder sogar das Totschlagargument „musikalische Differenzen“. Doch Portnoys Abgang kam wie aus dem Nichts, und die Fans - von denen viele die Aktivitäten ihrer Band mit fast schon religiöser Verehrung verfolgen - haben jetzt ihr eigenes John-F.-Kennedy-Mysterium. So absurd es auch klingen mag: Viele dieser Fans werden niemals vergessen, wo sie sich befanden, als sie erfuhren, dass einer ihrer Helden sie verlassen hat.

Aus der Perspektive des objektiven außenstehenden Betrachters lösten sich Streitigkeiten bei DREAM THEATER in der Vergangenheit immer dadurch auf, dass die Musiker ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten akzeptierten. Trotzdem ist klar, dass bei jemandem wie Portnoy die Probleme sehr tief gesessen haben müssen, wenn er dafür sogar die Kontrolle über die Band aufgibt, die er 25 Jahre lang geführt hat. Also wo hat das ganze Dilemma seinen Ursprung? Aus Portnoys Sicht war der Zusammenhalt zwischen ihm und dem Rest der Band so...

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