RH #282Krach von der Basis

GALLOWBRAID

Unverhofft kommt oft

Fernab von klischeebeladener Wikinger-Ästhetik und Heiden-Trallala haben sich GALLOWBRAID einen Spielraum erarbeitet, der die Band zu einem der spannendsten amerikanischen Vertreter des schwarzen Doom Metal avancieren lässt. Viel Arbeit war dafür gar nicht nötig: Eine Debüt-EP mit vier eigenen Songs hat gereicht.

Jake Rogers ist selbst überrascht: »Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal wegen meiner Musik interviewt werde – schon gar nicht von einem so renommierten Metal-Magazin«, platzt es aus dem einzigen Vollzeitmitglied von GALLOWBRAID direkt zu Beginn des Gesprächs heraus. Große Ambitionen hatte er mit dem Projekt nämlich nie. Er wollte lediglich atmosphärischen Metal spielen, der die beiden Musikrichtungen kombiniert, die er liebt: Black- und Doom Metal, eingebettet in eine gesunde Portion Naturmystik.

»Ich bin in Utah aufgewachsen, in einer sehr bergigen Gegend. Hier gibt es sehr viel Natur. Es ist wunderschön. Über die Espen, die hier wachsen, habe ich auch einen Song geschrieben. Ich versuche die Natur als Inspirationsquelle zu nutzen, will dabei aber nicht gleich eine ganze Mythologie drumherum kreieren«, so der überzeugte Atheist. Dieser naturalistische, aber wenig spirituelle Ansatz unterscheidet ihn von der Vielzahl an Folk-Bands, mit denen man GALLOWBRAID vorschnell in einen Topf werfen könnte.

»Vor ein paar Jahren stand ich tatsächlich total auf dieses ganze Folk-Zeug«, gibt Jake zu. »Finntroll und Ensiferum hatten es mir echt angetan. Heute höre ich aber...

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