RH #281RH vor 10 Jahren

Führe, König!

Wie ein roter Faden ziehen sich religiöse Abgründe durch das Oktober-2000-Rock-Hard. Zum Glück bleibt uns noch die Flucht in den Alkoholismus.

Der Brüller der Ausgabe stammt aus dem Buch „Satanismus - eine Faszination des Bösen“. Autor Ingolf CHRISTiansen übersetzt eifrig das Textblatt von SLAYERs „Hell Awaits“, weiß allerdings nicht, was eine Leadgitarre und wer Kerry King ist. Daher heißt es bei ihm im Song ´Kill Again´ plötzlich mega-diabolisch: „Führe - Hannemann, König, Hannemann, König“.

Apropos Slayer: NAPALM DEATHs Barney Greenway agiert vor zehn Jahren noch in einer Grauzone zwischen in frühester Jugend antrainiertem Katholizismus und völliger Religionsverachtung. Der Sympath wirkt dadurch etwas verwirrt. Slayer sieht er als „sogenannte satanische Band“, worin er etwas „Rebellisches und Systemkritisches“ mutmaßt. Dass Kerry King im besten biblischen „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Sinn für die Todesstrafe plädiert, kotzt ihn hingegen massiv an.

Auf einem umgekehrten Weg befindet sich SPOCK´S BEARD-Maestro Neal Morse. Er läuft gerade vom irdischen Progrocker-Dasein ins klerikale Lager über. Auf die Frage von Recherchekönig Michael Rensen („Du sollst deutlich häufiger zur Kirche gehen als früher.“) lässt Morse bereits die Wurzeln für seine spätere Abkehr von weltlicher Tonkunst erkennen: »Wenn ich morgens bete, bin ich den ganzen Tag über produktiver. Mittlerweile lehre ich sogar Musik an der lokalen Kirchenschule. Erst gestern wurde der erste Song uraufgeführt, den ich...

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