RH #278Seziertisch

KING CRIMSON

Seziertisch

Es ist nicht leicht, Zugang zum KING CRIMSON-Kosmos zu finden. Keine der großen Prog-Bands der frühen 70er klang düsterer, exzentrischer und härter, aber es hatte auch niemand so instabile Line-ups und kreative Aussetzer wie die Briten um den Klangmagier Robert Fripp. Doch trotz aller Durststrecken ist die Band heute (nicht zuletzt auch für jüngere Prog-Metal-Acts) der relevanteste aller Dinosaurier.

Die Diskografie des von Fripp recht launenhaft geführten Schleudersitz-Kommandos lässt sich grob in vier Phasen unterteilen:

1. Mit den ersten beiden, vom späteren Emerson-Lake-&-Palmer-Sänger Greg Lake eingesungenen Alben feiern KING CRIMSON ihre größten kommerziellen und künstlerischen Erfolge.

2. Nach dem Auseinanderfallen der klassischen Besetzung irrt Fripp mit ständig wechselnden Sidekicks durchs kreative Halbdunkel, bevor er als Teil eines furiosen Power-Trios mit Yes-Drummer Bill Bruford und Family-Sänger/Basser John Wetton wieder ein klares Ziel vor Augen hat, 1974 mit „Red“ eines der besten Alben seiner Karriere aufnimmt und die Band direkt danach auflöst, um sich als Ein-Mann-Guerilla auf die angeblich bevorstehende Weltwirtschaftskrise vorzubereiten (siehe dazu auch das große Progrock-Special im letzten Rock Hard).

3. Anfang der 80er überrascht Fripp mit einem hörenswerten Crimson-Comeback und ist in einer Zeit, in der alle anderen Prog-Giganten entweder arg schwächeln oder ins Pop-Fach abgewandert sind, dank revolutionärer Studiotricks seiner Zeit weit voraus. Nach...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.