RH #276Krach von der Basis

RAGNAROK (Nor)

Richtig harte Eier

2010 ist die alte Black-Metal-Schule wichtiger denn je, um zwischen all den Progressive-, Hippie- und Ambient-Einflüssen die wahren Wurzeln zu positionieren. RAGNAROK haben sechs Jahre gebraucht, um ihr neues Album „Collectors Of The Kings“ einzuhämmern. Doch auf die Kerle ist Verlass.

Hasserfüllt, klirrend kalt, rasend, hypnotisch, mitreißend. RAGNAROKs sechster Longplayer ist eine beeindruckende Abrissbirne: von Marduks Devo perfekt zwischen Räudigkeit und Durchschlagskraft produziert und mit einer Kompromisslosigkeit gesegnet, wie man sie aus dem einstigen Szene-Mekka Norwegen heutzutage kaum noch zu hören bekommt. Der 32-jährige John Thomas Bratland ist Drummer und letztes Originalmitglied der Derwische, hat sich mit Jontho das naheliegendste Pseudonym seit Emperors Thomas alias Samoth verpasst und entpuppt sich als extrem gut gelaunter Sympath, als er zunächst seine Version von Old-School-Black-Metal definiert.

»Es ist seltsam, wenn irgendwelche 18-Jährigen heutzutage erstmals mit Black Metal in Berührung kommen, indem sie was Aktuelles von Dimmu Borgir hören und dann denken, das sei Old School (lacht). Meine alte Schule ist was anderes: Sie klingt exakt wie unser neues Album.«

Warum hat man in den letzten Jahren so wenig von euch gehört?

»Wir hatten haufenweise Besetzungswechsel. Der damalige Gitarrist hatte keinen Bock mehr auf Black Metal, der Basser ging gleich mit, und ich saß allein mit unserem Sänger Hoest da. Der kam auf die Idee, sich bei einem Gig seiner...

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