RH #275Interview

Zwei Jahre nach „Conquer“ knallt Max Cavalera mit „Omen“ bereits das siebte SOULFLY-Album auf den Markt. Elf Songs lang setzt der Ex-Sepultura-Frontmann den musikalisch aggressiveren und weniger mit World-Music-Elementen experimentierenden Kurs fort, den er vor fünf Jahren mit „Dark Ages“ begann.

»„Omen“ ist eine sehr brutale Scheibe geworden. Sie enthält die von den Fans geliebten Elemente der letzten beiden Platten und klingt wie eine Mischung aus Slayers „Reign In Blood“, Minor Threat und SOULFLY«, analysiert Max Cavalera.
Der Anteil der insbesondere bei den ersten CDs der Band typischen World-Music-Elemente wurde weiter zurückgeschraubt zugunsten sofort auf den Punkt kommender, aggressiverer, schnellerer und tendenziell noch kürzerer Songs. Bereits der Opener ´Bloodbath & Beyond´ ist ein gutes Beispiel für die aktuelle Marschrichtung von SOULFLY: In bester Hardcore-Manier preschen die Gitarren ohne langes Intro mit hoher Geschwindigkeit nach vorne und reduzieren ihr Tempo erst später für eine ausgebremste Passage.

Auch bei den Texten geht es brutal zur Sache: »Von ´Bloodbath & Beyond´ bis zu ´Jeffrey Dahmer´ - „Omen“ ist ein sehr gewalttätiges Album. Ich wollte schon immer mal einen Song über einen Serienkiller schreiben«, freut sich der SOULFLY-Boss.

Max mag Kooperationen mit anderen Musikern, und so verwundert es nicht, dass auch auf „Omen“ Gastmusiker zu hören sind. Im doomigen ´Rise Of The Fallen´, das mit einem coolen Solo von Gitarrist Marc Rizzo endet, ist The-Dillinger-Escape-Plan-Frontmann Greg Puciato als Co-Sänger zu hören: »Greg gefiel der Song sofort. Aber er wollte ihm auch eine epische Note geben. Deshalb nahm er sowohl die für Dillinger typischen chaotischen Vocals als auch gegen Ende des Liedes melodischere Gesangslinien auf.« Im coolen Groover ´Lethal Injection´ kann man außerdem Prong-Mastermind Tommy Victor hören.

Trotz aller Aggressionen hat das neue Album mit ´Soulfly VII´ auch ruhige Momente: »Das Stück klingt fast, als würde Jimi Hendrix auf U2 und The Police treffen«, beschreibt Max den Track. »Der Rest ist total heavy und verzerrt, aber diese Nummer sticht mit cleanen Gitarren heraus.«

Neben den elf Albumtracks entstanden während der „Omen“-Studiosession als potenzielle B-Seiten auch Coverversionen von Led Zeppelins ´Four Sticks´, Excels ´Your Life, My Life´ (mit Max´ Bruder Igor Cavalera am Schlagzeug) und Sepulturas ´Refuse/Resist´ (mit Max´ Sohn Zyon Cavalera am Schlagzeug).
Obwohl bei SOULFLY nun schon die zweite Cavalera-Generation mitmischen darf, sieht sich Max noch lange nicht im Ruhestand: »Nur weil man älter wird, muss man noch lange nicht langweilig sein. Je älter ich werde, desto durchgeknallter bin ich. Und meine Alben werden immer aggressiver. Musik ist mein Leben. „Omen“ beweist, dass ich noch lange weiterrocken kann.«

 
 

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