RH #274Interview

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE

Müll im Mund

Deutschlands smarteste Krawall-Combo JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE imponiert auch auf „Bilder fressen Strom“ wieder mit einer Verquickung von durchdachtem Extrem-Metal und beeindruckend intelligenten Texten.

Bony Fertigmensch, einer der beiden Frontbrüllhälse der überwiegend in Essen ansässigen Kapelle, ist dennoch etwas verwundert, dass JAKA inzwischen das Etikett „Feuilleton-Grind“ anhängt und auch Alternative-, Mainstream- und Klugscheiß-Medien im Sturm genommen werden. Bei der „Süddeutschen Zeitung“, „Intro“, „Spex“ und sogar Deutschlands führender Studenten-Postille Rock Hard sitzen mittlerweile JAKA-Fans.

»Tatsächlich bekommen wir außerhalb der Metalszene die meisten Resonanzen. Bei unseren Shows findest du alles vom Kiddie-Punk bis zum Mittvierziger, der als Lektor in irgendeinem Verlag arbeitet. Nix gegen besoffene Metaller mit King-Diamond-Kutte, aber von denen kommen wenige. Das liegt wohl an Christofs Texten (Drummer Christof Kather schreibt sämtliche Lyrics - jj). Sie sind schon was anderes als das übliche Zeug. Als ich 2003 bei JAKA einstieg, habe ich vier Tage gebraucht, um den ersten Song auswendig zu lernen. Wenn wir auf größeren Metal-Festivals spielen, findet uns die Hälfte der Leute gut, und der Rest kriegt im negativen Sinne die Kinnlade nicht mehr hoch. Unser Grunzer sieht aus, als könnte er bei Tocotronic einsteigen. Seine geringelten Polohemden sind für Metaller etwas befremdlich. Die wollen lieber Endstille sehen. Über unseren angeblichen...

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