RH #272ToneZone

BILLY SHEEHAN

Jeden Tag ein Abenteuer

BILLY SHEEHAN gilt immer noch als der beste Bassist der Generation Stadionrock. Doch trotz seiner überragenden Vita präsentiert sich der Four-Stringer im Interview als geerdeter, neugieriger Musiker, der die Arbeit an seinem Instrument in den Vordergrund stellt.

Billy, was brachte dich dazu, Bass zu spielen und nicht - wie die meisten - mit der Gitarre anzufangen?

»In meiner Nachbarschaft gab es einen Burschen namens Joe Hasse, den ich als Teenager ziemlich bewunderte. Er fuhr ein Motorrad, hatte eine heiße Freundin und spielte Bass. Das war ein großes Instrument mit einem großen Verstärker, und man hörte einen beeindruckenden Sound herüberwehen. Ich saß mit meinem Bruder am Radio. „Hörst du das? Das ist ein Bass!“ Zunächst übte ich auf der Akustikgitarre meiner Schwester, ehe ich meinen Bass bekam. Ich spielte ziemlich schnell in einer Band und beschäftigte mich näher mit dem Instrument. Wie bei jedem Instrument stellte ich fest, dass es keine Limits gibt. Obwohl es nicht der reinen Lehre entspricht, versuchte ich etwas von Bach darauf zu spielen, aber auch Musik für Piano, Saxophon, Gitarre, Cello-Soli usw. Es gab schließlich Noten und Töne, und ich bemühte mich, sie auf dem Bass zu spielen. Das Wichtigste lernte ich allerdings schon viel früher von Joe, als ich noch gar keinen Bass hatte. Er stand mit einem Schlagzeuger im Proberaum. Ich fragte: „Joe, wo ist der Rest der Band?“ Er sagte: „Ich spiele nur mit dem Drummer. Und wenn die Bassdrum kommt, musst du eine Note spielen.“ Das ist zu 90 Prozent die Essenz des Bassspiels.« ...

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