RH #272Interview

JORDAN RUDESS

Fauchende Schweine aus dem iPhone

Keyboarder werden gerne mal als fünftes Rad an der Rock´n´Roll-Kutsche verspottet, als Statisten, auf deren Instrumenten die Gitarristen ihr Bier parken. DREAM THEATER-Tastenzauberer JORDAN RUDESS hat jedoch deutlich mehr auf dem Kasten als fast jeder Saitenhexer und kann sogar mit dem iPhone gegen die härtesten Bratäxte anstinken.

Jordan, du wurdest in deiner Jugend als Pianistenwunderkind gehandelt, das auf dem besten Weg in die großen klassischen Konzertsäle dieser Welt war. Warum bist du irgendwann ins kommerziell deutlich weniger lukrative Rock-Fach gewechselt?

»Ich studierte in der Pre-College-Stufe der Juillard School in New York, einer Kaderschmiede für klassische Musiker. Als ich mich irgendwann für die College-Abteilung bewerben musste, war ich bereits mit einigen anderen Stilrichtungen in Berührung gekommen und hörte Bands wie Genesis, Yes oder Gentle Giant. Klassik spielte ich zwar nach wie vor, aber während ich die Auditions absolvierte, merkte ich, dass es mich in eine andere Richtung zog. Ich bekam sogar einen Platz am Juillard College, und meine Lehrerin, eine der berühmtesten Kapazitäten im Klavierbereich, meinte zu meinen Eltern: „Euer Sohn wird der nächste große klassische Konzertpianist.“ In der Zwischenzeit hatten mir aber Freunde einen alten Moog-Synthesizer vorbeigebracht und gemeint, ich sollte den mal antesten. Ich begann an den Knöpfen herumzudrehen, experimentierte mit den unterschiedlichsten Sounds, und das war der Moment, in dem sich mein ganzes...

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