RH #268Interview

Obwohl es immer schwieriger wird, im Musikbusiness ein Superstar-Image zu kreieren oder aufrechtzuerhalten, muss man MÖTLEY CRÜE eines lassen: DAS können die Poser-Rocker aus Los Angeles. Abgesagte oder zig verschobene Interviews führen dazu, dass ein Gespräch mit dem Songwriter und Bassisten der Band einer Audienz beim Papst gleicht - nur dass Nikki Sixx viel besser aussieht. Und überraschend normal ist. Wenn er denn will.

Köln, Palladium, Backstage-Bereich. Um die Ecke biegt der nächste schwarze Van, aus dem Sänger Vince Neil springt, während die Security-Leute die Anweisung geben, dem Frontmann erst in angemessenem Abstand zu folgen. Die amerikanische und äußerst muskelbepackte Crew weist jeden wartenden Journalisten darauf hin, nach dem absolvierten Interview den Backstage-Bereich zu verlassen - und zwar sofort. Fotos dürfen entweder gar nicht gemacht werden oder nur nach Anmeldung, die vor Wochen erfolgen musste. Dennoch herrscht eine entspannte Atmosphäre, denn - oh Wunder! - die Interviews finden tatsächlich statt. Jedes Bandmitglied hat seinen eigenen Dressing-Room: Nikki Sixx, der für einen 50-Jährigen unglaublich jung aussieht, sitzt in einem dämmrigen, von Kerzen beleuchteten kleinen Zimmer auf dem Sofa, hat schon sein Bühnenoutfit an und nuckelt an einer Wasserflasche. Die Rock-Hard-Ausgabe vom Mai, deren Titel er zierte, scheint ihn tatsächlich zu interessieren. Er blättert das Heft durch, bewundert Maiden-Frontmann Bruce Dickinson als Flugkapitän und resümiert, dass die Bands, die im Heft vorkommen, in Amerika kaum bekannt sind. Das Gerücht, für MÖTLEY CRÜE würden europäische Musikmagazine keine Rolle spielen, scheint also nicht zu stimmen. ...

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