RH #260Interview

CYNIC

Farben und Formen

In Zeiten, in denen jede achtklassige Rumpel-Truppe als „Kultband“ bezeichnet wird, muss man mit diesem Wort ziemlich vorsichtig sein. Wenn es auf eine Combo zutrifft, dann ohne Zweifel auf die US-Progger CYNIC, die ihrer Diskografie nach 15 Jahren (!) mit „Traced In Air“ vor kurzem endlich ein zweites Album hinzugefügt haben.

»Einerseits fühle ich mich jeden Tag wie ein neuer Mensch, andererseits ändert sich gar nichts. Ich kann mich dem Leben heute besser hingeben; ich bin realistischer und bodenständiger geworden«, fasst Sänger, Gitarrist, Songwriter und Bandgründer Paul Masvidal die persönlichen Entwicklungen der letzten anderthalb Dekaden zusammen. »1993 hatte ich gerade meine Teenager-Zeit hinter mir und die Zwanziger vor mir. Wenn man sich im Laufe der Zeit seiner Vergänglichkeit bewusst wird, macht einen das demütiger. Eigentlich habe ich heutzutage sogar mehr Energie als früher. Aber ich kanalisiere sie anders. Ich habe gelernt, zu vertrauen und mein Herz zu öffnen. Ich kann Dinge einfach geschehen lassen, ohne wütend zu werden. Des Weiteren bin ich heute ein wesentlich besserer Musiker und Songwriter und kann mich und meine Arbeit besser einschätzen.«

Auch wenn man dem relaxteren, weniger harschen „Traced In Air“ die vergangene Zeit anhört (alles andere wäre für einen nach vorne schauenden Künstler wie Masvidal ein Armutszeugnis), merken Eingeweihte schon nach wenigen Sekunden, dass hier CYNIC am Werk sind. Zu viele Trademarks lassen sich wiederfinden.

»Das neue...

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