RH #260From the Underground

Es gibt in der Metalwelt einige Sänger, die technisch perfekt sind. Die wenigsten aber berühren mit ihren Stimmen die Herzen der Hörer. Man staunt über ihre Fähigkeiten, ist begeistert aufgrund der Stimmgewalt - aber richtig ergriffen ist man selten. Dann sind da aber eine Handvoll Vokalisten, die zwar keinesfalls vollkommen sind, aber mit ihren Bands und natürlich ihren Stimmbändern zeitlose Alben erschaffen, die von einer kleinen, feinen Fanschar bedingungslos geliebt werden. Sie machen Melodien und Texte lebendig und dadurch Songs beinahe körperlich spürbar. MIKE BAKER von Shadow Gallery war solch ein Sänger.



Seine Karriere verlief klassisch: Mike traf irgendwann Mitte der Achtziger in Pennsylvania auf den Bassisten Carl Cadden-James, Brendt Allman (g.) sowie Chris Ingles (keys), die alle drei in der lokalen Band Sorcerer spielten. Baker, der Anfang der Achtziger bereits ein paar Demos für Combos wie Nasty Nasty oder Axxis (US) einsang, merkte sofort, dass die Chemie stimmte, und schloss sich den drei anderen an. Man spielte ein Demo ein, das Mike Varney, dem Eigentümer von Shrapnel Records, in die Hände fiel, und der nahm die sich inzwischen Shadow Gallery nennende Gruppe für das neu gegründete Label Magna Carta unter Vertrag. Der Rest ist Geschichte.

Im Jahr 1992 fiel mir ein ungewöhnliches Coverartwork beim wöchentlichen Stöbern durch die Neuerscheinungen des örtlichen Plattenladens ins Auge. Auf einem bequemen Sofa sitzend, hörte ich in die Scheibe rein (damals konnte...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.