RH #260Classic Albums

Von den vielen erstklassigen Scheiben, die RAGE in ihrer langen Karriere veröffentlicht haben, ist „XIII“ vielleicht nicht die beste, aber definitiv die wichtigste, weil von dem Metal-meets-Klassik-Album eine Signalwirkung auf die gesamte Hartwurstszene ausging.

»1969 hatte Jon Lord von Deep Purple zwar schon mal von einer Orchester-Suite abgeschrieben, und auch die Beatles und diverse andere Pop-Acts hatten so was schon mal gemacht, aber in der Metalszene waren wir meines Wissens nach die Ersten, die mit einem Orchester gearbeitet haben«, meint RAGE-Mastermind Peter „Peavy“ Wagner (v./b.). »Das Teil ist dann auch ziemlich eingeschlagen, nachdem wir mit der „Lingua Mortis“-EP den Boden bereitet hatten. Außerdem wurde „XIII“ fantastisch von BMG promotet, was sich schon damals in ungefähr 70.000 verkauften Einheiten alleine in Deutschland niedergeschlagen hat. Solche Zahlen gibt der Markt heutzutage leider nicht mehr her.«


Es sei denn, man heißt Metallica, die ein Jahr nach RAGE mit „S&M“ ihrerseits ein Album mit Orchester veröffentlichten, das von vielen Fans und Journalisten aber völlig zu Recht in der Luft zerrissen wurde.

»Man weiß ja, dass Lars Ulrich alles sammelt, und ich kann mir dunkel vorstellen, dass Metallica von uns inspiriert wurden«, mutmaßt Peavy. »Oder es hieß: „Da haben wir wieder was, mit dem wir das alte Material noch mal neu verbraten können, weil gerade keine Ideen für ein neues Album vorliegen.“ Daraufhin haben sie für teures Geld Michael Kamen (Arrangeur...

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