RH #256Lauschangriff

THE HAUNTED

Hurra, wir leben noch!

Alle gegen alle, jeder gegen jeden: In einer Welt, in der nichts mehr sicher ist, gerät selbst ein eigentlich schwammiger Albumtitel wie „Versus“ zum Statement. Und die sechste, erneut von Tue Madsen produzierte THE HAUNTED-Platte (VÖ: 19. September) ist anscheinend tatsächlich ein Stück vertonte Gewalt, ein Tritt in die Fresse, das wutschnaubende Ungetüm, das man nicht erhofft hatte, aber befürchten musste.

Wir spulen zurück: Es ist 2006, und die „Schweden-Thrasher“ THE HAUNTED wollen´s wissen. „The Dead Eye“ ist ein Befreiungsschlag, das Loslösen vom Versuch, die nächsten Slayer zu werden, ein mutiges Aufbrechen zu neuen Ufern. „The Dead Eye“ ist grooviger, variabler, melodischer, manchmal noch dunkler als das alte Material, dann wieder lichter, leichter, luftiger. Die CD fährt hervorragende Kritiken ein (der Verfasser dieser Zeilen würde heutzutage sogar noch einen halben Punkt mehr als die damals verteilten 8,5 geben), doch so richtig klappt es nicht mit dem endgültigen Durchbruch. Die Idee war gut, doch die Welt noch nicht bereit. THE HAUNTED stagnieren kommerziell. Man begeistert zwar auch live mit großartigen Energieleistungen (z.B. im kleinen Kölner „Underground“); die Butter fürs Brot ist aber schwer verdient.

Frontmann Peter Dolving bereut allerdings nichts und sieht den Feldversuch „The Dead Eye“ weniger pessimistisch: »Das Album war unbedingt notwendig, ansonsten hätten wir als Band stagniert. Mir ist schon klar, dass es Leute gegeben hat, die die Änderungen in...

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