RH #252Interview

Die besten Platten aller Zeiten - Björn Thorsten Jaschinski

25 Jahre Rock Hard, 25 Scheiben für die einsame Insel. Unsere Schreiber haben in schlaflosen Nächten ihre Top 25 zusammengestellt. Und dieses Mal gibt es keine Ausreden, dieses Mal müssen es die definitiv besten 25 Platten aller Zeiten sein. Wir haben uns beschränkt.

EDGE OF SANITY - The Spectral Sorrows (1993)

Die kompletteste und beste Schwedentod-Kombipackung vereint die alte Schule mit Crossover-Variationen für die Ewigkeit.

RIOT - Thundersteel (1988)

Nach wiederholter Häutung strotzen die US Metal-Pioniere vor Kraft, Epik und Virtuosität.

ACCEPT - Russian Roulette (1986)

Das völlig unterbewertete Ende einer Ära (inter)nationalen Stahlschliffs hat nach über zwei Dekaden seine Schneidekraft nicht verloren.

TESTAMENT - Practice What You Preach (1989)

Im Gegensatz zu vielen anderen predigten sie nie Wasser und tranken Wein - niveauvoller, aber aggressiver Thrash klang nie besser.

PESTILENCE - Consuming Impulse (1989)

Die persönliche Death Metal-Entjungferung kam durch den Äther: Danke, Volkmar Kramarz ("Scream", WDR 1)!

KING DIAMOND - The Eye (1990)

Nein, Vater Picard ist nicht wirklich ein Freund - er regt betrunkene junge Männer zum Leidwesen von Lattenrosten und Nachbarn zum nächtlichen Diven vom Schreibtisch ein.

SADIST - Above The Light (1993)

Harscher Thrash altdeutscher Prägung ummantelt die herzergreifendsten Klassikmelodien des italienischen Death Metal-Malmsteens.

VIRGIN STEELE - Noble Savage (1986)

Edel und stark zermalmt David DeFeis alles, was sich Jahrzehnte später True Metal schimpfen soll - und macht sogar im Lendenschurz eine bessere Figur als Joey DeMaio.

MASTER'S HAMMER - The Jilemnice Occultist (1992)

Der Zeitgenosse des Sadist-Debüts beschert dem Black Metal sein erstes operettenhaftes Konzeptwerk.

W.A.S.P. - The Headless Children (1989)

Das erste künstlerisch wertvolle Album von Blackie Lawless rettet seinen Arsch vor der P.M.R.C., bringt ihn dafür aber ins Visier Khomeinis. Glückwunsch.

DORNENREICH - Her Von Welken Nächten (2001)

Ein lautmalierisches Manifest wider der Banalität in den schwarzmetallischen Zwischenwelten.

QUEEN - The Game (1980)

Rock it - das letzte Großwerk vor dem Discosündenfall "Hot Space" ist trotz keyboards (!) weniger bombastisch als die Alben der mittleren Siebziger.

ANCIENT RITES - Dim Carcosa (2001)

Black Metal ist um so zeitloser, je mehr historische Epochen er kompositorisch und lyrisch in Einklang bringt.

UNANIMATED - Ancient God Of Evil (1995)

Nach dem Paradebeispiel für den hochmelodischen, typisch schwedischen Bastard aus Death und Black Metal konnte sich die Band nur auflösen.

SAVIOUR MACHINE - II (1994)

Die Breitwand-Apokalyptiker sind so christlich, dass sie selbst in den eigenen Reihen missverstanden werden.

ORPHANED LAND - Sahara (1994)

Der elegische Doom Death englischen Zuschnitts regnet über der Wüste hernieder und lässt wundervolle Blütenmeere sprießen.

REPUGNANT - Epitome Of Darkness (2006)

Ausdrucksstärker und intensiver kann man die ältesten schwedischen Death Metal Lehren - Gotland (Grave) trifft Stockholm trifft die Bösartigkeit von Grotesque - nicht nachempfinden.

BEHEMOTH - The Apostasy (2007)

Kaum jemand stellt so hohe Ansprüche an die eigenen technischen und kompositorischen Fähigkeiten wie Nergal und erweitert dabei die Grenzen des angeschwärzten Death Metals.

BATHORY - Hammerheart (1990)

Cineastischer als jedes Rhapsody-Gezauber schafft Quorthon (R.I.P.) mit dieser Schnittmenge aus schwerem Doom, heroischem Manowar-Pathos und Wikingerkonzept die Blaupause für einen heute pervertierten Trend. 

ROUGH SILK - Mephisto (1997)

Der verquere Ansatz, Queen, Savatage, Hammondgeorgel und Sing/Songwriter-Elemente mit den gerade populär werdenden Rammstein-Gitarrenbrettern zu verschrauben funktioniert musikalisch, scheitert kommerziell aber nicht nur in Griechenland.

NIGHTINGALE - Alive Again (2003)

Hurra, sie leben wieder, die Swanö-Brüder - endlich klingt ihr gemeinsames Soft Prog-Vehikel nicht mehr nach einem Projekt.

DEEP PURPLE - Nobody's Perfect (1988)

Die letzte Zwischenstation vom "normalem" Rock zum Headbangertum; der livehaftige Klassikerreigen mit vielen Improvisationen sollte Standard in jedem Tischtenniskeller werden.

MY DYING BRIDE - Like Gods Of The Sun (1996)

Das kleine bisschen Größenwahn im Titel ist legitim - endlich haben die sterbenden Bräute es geschafft, ihren ganz persönlichen Sound in perfekte Songs zu gießen.

AYREON - Into The Electric Castle (1998)

Nach der Wiedergeburt des Rock-Oper Genres und dessen Transformation in den Prog Sektor baut Arjen Anthony Lucassen dessen Schattierungen mit einer Sensationsbesetzung weiter aus.

THERION - Symphony Masses: Ho Drakon, Ho Megas (1993)

Die Transformation vom einfachen Death Metal zu progressiven und klassischen Spielformen in Albumlänge - nie wieder halten sich beide Elemente dermaßen die Waage.

 
 

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