RH #250Classic Albums

MEILENSTEINE: »Und dann schoss ich auf mich« (Jenny Rönnebeck)

Judas Priest auf der Anklagebank

 

Wenn es darum geht, die Beweggründe für Gewalttaten wie beispielsweise die Amokläufe von Littleton (1999) oder Erfurt (2002) zu erklären, ist es heutzutage gerade in den Medien fast schon üblich, harte Musik und Egoshooter-Spiele als Verursacher auszumachen. Die Gleichsetzung von Heavy Metal und Gewaltbereitschaft begann jedoch viel früher.

Seit ihrer Entstehung in den 50er Jahren wird Rockmusik mit Argwohn betrachtet, weil sie sich mit ihren verschiedenen Stilarten zum Jugendphänomen entwickelt, das sich in den Augen kontrollierender Instanzen wie Schule, Kirche, Eltern und letztendlich auch der Regierung negativ auf gängige Werte wie Religion, Familie und die herrschenden Gesetze auswirkt. Während Computer- und Videospiele erst in den 90ern große Popularität erlangen, befindet sich der Heavy Metal in den 80ern auf seinem Höhepunkt und ruft in den ohnehin prüden USA eine Gegenbewegung auf den Plan. 1985 gründet Tipper Gore, die Frau des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore, den Verein „Parents´ Music Resource Center“, kurz PMRC, der es sich zur Aufgabe macht, Musik auf bedenkliche Inhalte hin zu überprüfen, und von der Musikindustrie mit Hilfe einer medienwirksamen Senatsanhörung fordert, zukünftig Songtexte, Plattencover und Live-Auftritte auf Anzeichen von Jugendgefährdung zu kontrollieren. Dabei werden besonders Metal- und Hardrock-Bands ins Visier genommen. Ergebnis dieser Anhörung ist unter anderem die Einführung des Aufklebers „parental advisory - explicit lyrics“, der auf die Tonträger geklebt werden muss, deren Inhalte als bedenklich eingestuft werden. ...

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