RH #250Classic Albums

MEILENSTEINE: Black Metal: mehr als nur „Venom in böse“? (Götz Kühnemund)

Black Metal geht eigentlich auf Black Sabbath zurück, wenn man die okkulten Texte als Hauptkriterium nimmt. Black Metal, so wie wir ihn heute kennen, hat aber mit dem gutmütigen, etwas unbedarften Tollpatsch Ozzy Osbourne in etwa so viel zu tun wie White Metal mit Humor, Verstand und Weltoffenheit. Wo also liegen die Wurzeln des „echten“, kompromisslosen Schwarzheimersounds?

Natürlich liegen sie bei Venom. Denn es waren Cronos, Mantas und Abaddon, die mit ihrem Debüt „Welcome To Hell“ (1981) das unterproduzierte, aber höllisch wüste Gerumpel und mit ihrem Zweitling „Black Metal“ (´82) gleich die Genre-Bezeichnung dazu erfanden. Venom hatten „dämonische“ Pseudonyme, posten wie die Irren, warben mit einer wahrhaft apokalyptischen Live-Show (die es in der Realität allerdings nur dann zu sehen gab, wenn Live-Videos aufgenommen wurden) und wirkten so abgrundtief evil, dass wir uns alle fast in die Hose machten, als die drei Rabauken endlich livehaftig vor uns standen. „Hometaping is killing music. So are Venom.“ stand damals in den Zeitungsanzeigen, woraufhin Hellhammer (anfangs ein reines Venom-Plagiat, wie auch Sodom und Bathory) erwiderten: „Venom are killing music. Hellhammer are killing Venom.“ Good clean friendly violent fun, kids!

Aber Venom hatten abseits dieses genialen, ultrakommerziellen Images (sie waren in der ersten Hälfte der 80er die bestverkaufende Indie-Band von allen, weit vor Metallica) noch etwas, das nicht sofort ins Auge fiel: einen typisch britischen Sinn...

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