RH #247Interview

LONG DISTANCE CALLING

Ein kleiner Traum

In der Ruhe liegt die Kraft: Die Münsteraner LONG DISTANCE CALLING haben mit ihrem Debüt „Satellite Bay“ dem Herbst einen musikalischen Soundtrack zur Seite gestellt, der trotz oder gerade wegen des Fehlens von Vocals (lediglich ´Built Without Hands´ ist mit Gesang von The Haunteds Peter Dolving untermalt) die Seele berührt.

Gitarrist David Jordan sitzt in einem Münsteraner Eiscafé, schlürft Schokolade und schwärmt von seinen Favoriten: Tool, alte Genesis, Porcupine Tree, Isis, Godspeed You! Black Emperor, Mogwai, Pink Floyd. Die Liste überrascht nicht, wenn man „Satellite Bay“ kennt. Der Postrock des Quintetts bedient sich offensichtlicher Einflüsse, lebt aber dennoch von einer ganz eigenen Selbstverständlichkeit, die man selten findet.

»Ja«, antwortet der 23-Jährige, der nebenbei in einem Gitarrenladen arbeitet, auf die Frage, ob Postrock sich deshalb entwickelt hat, weil viele Musikfans vom Herkömmlichen gelangweilt waren, von Strophen, Refrains und Texten, die nicht mehr als Worthülsen darstellen. »Bei mir war das so.«

Dass das Klischeelose dieser Szene mittlerweile selbst zum Klischee verkommen ist, ist auch dem Soziologie-Studenten bewusst.

»Sobald das Klischeelose für die Leute zu einem Ziel wird und sich das auf die Musik überträgt, ist das Ergebnis ein Klischee. Davon sollte man wegkommen; man sollte seinen eigenen Weg gehen. Wenn man dann ein Klischee trifft: völlig okay. Denn das Klischee ist dann trotzdem das, was man selber verkörpert.«

LONG DISTANCE...

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