RH #246Titelstory

AC/DC

Whole Lotta Rock!

Vor 30 Jahren schafften es AC/DC, mit ihrem Meilenstein „Let There Be Rock“ Europa zu erobern und ihren Siegeszug durch die USA anzutreten. Wir blicken für euch zurück auf eine Zeit, als echte Rocker noch von Altären sprangen und Groupies pralle Kurven haben durften.

 

 

„Let there be sound - there was sound

Let there be light - there was light

Let there be drums - there was drums

Let there be guitar - there was guitar

Let there be rock!“

Bon Scott (´Let There Be Rock´)

 

Die Sturmtruppen aus der Strafgefangenenkolonie

 

Wir schreiben den 23. April 1976. Auf der wackeligen Bühne des kleinen Pubs Red Cow im Londoner Stadtteil Hammersmith steht eine Band, die den wenigen Dutzend Gästen als „australisches Punk-Ereignis“ angepriesen worden ist. „Punk“ gilt als Modewort des Jahres, musikalisch klar definiert ist der Begriff noch nicht, aber eines ist schon nach den ersten Songs der Band klar: Mit dem, was wenig später als Punkrock seinen Siegeszug um die Welt antreten wird, haben diese fünf Australier wenig am Hut. Ihre stoische Rhythmus-Abteilung groovt tighter als jede noch so gut geölte Bluesrock-Truppe, der charismatische, mit einem gewinnenden Lächeln und einer sympathisch großen Schnodderschnauze gesegnete Frontmann singt, dass selbst dem abgebrühtesten Thekenhocker das Herz aufgeht, und neben ihm entfachen zwei ebenso kleine wie energiegeladene Gitarrenbrüder ein höllisches Riffinferno, wie es die Rote Kuh nie zuvor erlebt hat. AC/DC sind in der Stadt, und obwohl die Kulisse bei ihrem ersten England-Gig spärlich ist, geben sie alles. Die fünf stören sich nicht daran, so weit von der Heimat noch mal ganz unten als Kneipenband anfangen zu müssen. In den zwei Jahren zuvor haben sie nicht zuletzt durch ihre schweißtreibenden, adrenalingetränkten Shows Australien erobert. Ihre Alben „High Voltage“ und „T.N.T.“ erreichten Goldstatus, und auch die nächste, bereits fertig aufgenommene Scheibe „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ hat das Zeug zum Bestseller. Nur interessiert das in London niemanden. Die Stadt, seit den 60er Jahren unangefochtene Kapitale des Rock und Pop, hat auf alles gewartet, nur nicht auf eine Handvoll hemdsärmeliger Pub-Rocker aus der ehemaligen Strafgefangenenkolonie des Vereinigten Königreichs. Doch es spricht sich schnell herum, dass diese Australier, von denen drei (Sänger Bon Scott und die Young-Brüder Malcolm und Angus) gebürtig aus Schottland stammen, deutlich mehr auf dem Kasten haben als die Bluesrock-Gruppen, die man sonst so zu Gesicht bekommt. Die Radio-DJ-Legende John Peel kennt und liebt AC/DC schon, seit ihre Debüt-LP auf dem fünften Kontinent erschienen ist, und nach dem zweiten Gig in einem schon deutlich besser gefüllten Pub in West Kensington ist ein gewisser Lemmy Kilmister, der mit seiner Band Motörhead noch irgendwo im Nirgendwo herumdümpelt, schwer beeindruckt: „Großartiger Haufen. Bon hörte sich an, als würde er Sex haben, während er singt.“ ...

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