RH #243Interview

SLAYER

Die Titanen des Thrash

Es gibt kommerziell erfolgreichere Bands. Es gibt bessere Musiker. Es gibt originellere Songwriter. Und es gibt schillerndere Persönlichkeiten. Aber kaum ein anderer Name besitzt in der Metalwelt die Bedeutung, die Kraft und die Authentizität von SLAYER. Warum das so ist? Die Antwort könnte jeder Headbanger dieser Erdkugel im Schlaf geben.

Es kann nur einen geben!

 

SLAYER sind über weite Strecken ihrer 25-jährigen Karriere härter, kompromissloser und glaubhafter als jede andere Band gewesen. Sie haben (zusammen mit Venom, Metallica und Exodus; Anthrax und Megadeth waren Nachzügler) das Thrash-Genre begründet und damit später dem Death- und Black Metal entscheidend auf die Sprünge geholfen. Sie haben sich - ähnlich wie die Böhsen Onkelz in Deutschland oder AC/DC in Australien - nie den Gesetzen des Business unterworfen, sich niemals angebiedert, sondern mit einer Sturheit ihr Ding durchgezogen, die selbst SLAYER-Hassern allerhöchsten Respekt abfordert. Sie haben, von kleinen Experimenten Richtung Hardcore abgesehen, niemals ihren musikalischen Stil verwässert, sind nie von ihrer inhaltlich provokanten Linie abgewichen und haben in ihrer gesamten Karriere vielleicht eine Handvoll schwacher Gigs gespielt. Und obwohl SLAYER im Gegensatz zu Metallica, AC/DC und Iron Maiden nie ihre Domizile mit Unmengen von Edelmetall-Auszeichnungen dekorieren konnten (auch wenn es für die eine oder andere goldene Scheibe immerhin gereicht hat), so haben sie doch zweifellos die gleiche Bedeutung innerhalb der weltweiten Metal-Community erlangt. Eindeutiger Beleg hierfür sind die gigantischen Merchandise-Verkäufe, die zahlreichen Live-Bootlegs und nicht zuletzt die vielen Leserpolls diverser Metal-Magazine, in denen SLAYERs „Reign In Blood“ in allerschönster Regelmäßigkeit als „bestes Metal-Album aller Zeiten“ abschneidet. Kein Zweifel: SLAYER sind ein Jahrhundert-Act und als solcher längst über die Genre-Grenzen des Hardrock und Heavy Metal hinausgewachsen. Selbst in Pop-, Hardcore- oder HipHop-Kreisen weiß man um die Bedeutung der Herren Araya, King, Hanneman und Lombardo - obwohl SLAYER nie etwas anderes als Heavy Metal gespielt haben. Sie sind das Gegenteil von Kiss, Judas Priest oder Metallica, die in ihrer Karriere große stilistische Entwicklungssprünge gemacht und ihre Fans dabei nicht immer im Blick gehabt haben. Folgerichtig sind gerade Metallica und SLAYER alles andere als unzertrennliche Freunde geworden, was im Laufe dieses Fanmags noch eingehender begründet werden soll. SLAYER verbindet viel mehr mit AC/DC, Motörhead und Iron Maiden - mit Bands, die in ihrer Standfestigkeit die Eckpfeiler der Rockszene bilden und die niemals von ihrer Linie abweichen. Das mag man stur, dickköpfig, unbeweglich, langweilig oder gar dumm nennen - aber für den Metal-Fan bedeutet es Ehrlichkeit, Größe und Konsequenz. SLAYER tun, was sie tun müssen - egal, ob sie damit die oberen Regionen der Charts stürmen oder imageträchtige Auszeichnungen gewinnen. Beides passiert in der Regel selten - und doch ist die Bedeutung der Band in den letzten 25 Jahren ständig gewachsen. Noch immer sitzen Araya, King, Hanneman und Lombardo auf dem Thron des Thrash Metal - und es sieht nicht so aus, als wenn sie gewillt wären, einer anderen Band das Feld zu überlassen. Selbst wenn es jüngeren, ganz offensichtlich von SLAYER beeinflussten Combos wie Sepultura, Machine Head oder Slipknot zwischenzeitlich gelungen ist, mehr Platten zu verkaufen, werden sie niemals auch nur annähernd die Bedeutung ihrer Idole erlangen. Dazu ist der Weg von SLAYER zu geradlinig und einzigartig gewesen. ...

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