RH #242Interview

MARILYN MANSON

Du, ich und der Teufel

Eine imposante alte Villa in Berlin. Knarzendes Holzparkett führt durch meterhohe, mit schweren Samtvorhängen verdunkelte Räume, deren weiße Wände mit blutroter Farbe bespritzt sind. Ausgestopfte Tiere blicken starr auf Kerzenständer, die ein Klavier und antike Ledersessel mit ihrem Licht erhellen. Aus dem goldenen Rahmen eines Bildes blickt der Mann, der für ein paar Tage Herr der nostalgischen Räumlichkeiten ist und mit „Eat Me, Drink Me“ das sowohl romantischste als auch selbstzerstörerischste Album seiner Karriere abliefert: MARILYN MANSON.

MARILYN MANSON wirkt müde. Seine schwarz getönten Haare hängen wie schlaffe Spaghetti über das geschminkte Gesicht, und die dunkle Lederkluft scheint nicht so recht zum stilvollen Ambiente zu passen. Mit tiefer Stimme erzählt er vor ca. 50 Journalisten die Geschichte seiner Transformation vom selbstmordgefährdeten Scheidungsopfer, das am Ende der Ehe mit Striptease-Tänzerin Dita von Teese gerade noch Kraft für die destruktive Nummer ´Just A Car Crash Away´ hatte, zum wieder erstarkten Künstler, der sein privates Drama musikalisch verarbeitet. Nach ein paar Minuten stellt er seine neue Freundin, die 19-jährige Schauspielerin Evan Rachel Wood, vor. Schüchtern setzt sie eine rote Brille mit herzchenförmigen Gläsern auf, von denen die erste Single ´Heart-Shaped Glasses´ inspiriert wurde. Sie ist die neue Muse von MARILYN MANSON. Dank ihres Einflusses kokettiert der 38-Jährige auf „Eat Me, Drink Me“ mit romantischem Lolita-Charme und...

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