RH #228Titelstory

TOOL

6.000 Flaschen Traurigkeit

TOOL veröffentlichen am 28. April ihre neue CD, und Michael Rensen durfte vorab für euch in die Scheibe reinhören und mit Sänger Maynard James Keenan sprechen. Doch der vermeintlich relaxte Trip entpuppte sich als emotionale Achterbahnfahrt voller Genialität, Paranoia und bleierner Müdigkeit.

Altweiberfastnacht, München. Während in der Innenstadt ebenso verzweifelt wie erfolglos versucht wird, den Aso-Proll-Charme rheinischer Karnevalsabsurditäten zu kopieren, drücken sich auf halber Höhe des Nockherbergs direkt unterhalb des Paulaner-Biergartens einige wenig jeckig gekleidete Gestalten in eisiger Kälte vor einer steil aufragenden Felswand herum. TOOL haben die Musikjournaille zur Listening-Session ihres neuen Albums „10.000 Days“ geladen. Fünf Jahre musste die Welt auf neue Songs der Prog-Metal-Giganten warten, fünf Jahre, in denen man von dem Quartett wenig mehr mitbekam als einige grandiose Konzerte und viele obskure Gerüchte. Das Innenleben der Band umgibt eine Mauer, so massiv und abweisend wie der Fels, in dessen Eingeweiden heute Abend ein weiteres TOOL´sches Kulturwunder uraufgeführt werden soll.

Als sich schließlich die in das Gestein eingelassene schwere Eisentür öffnet, trottet das kleine Pressegrüppchen durch die Katakomben eines verwinkelten, niedrigen Tennengewölbes. Zahllose Friedhofskerzen auf den Gangböden weisen den Weg durch das labyrinthische Tunnelsystem, in dem $man sich ansonsten rettungslos verirren würde. Irgendwann erhascht man zur Linken...

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