RH #228Lauschangriff

CELTIC FROST

Uh!

Kaum eine Band hat den Death- und Black Metal, alles Dazwischenliegende und vieles Darüber-hinaus-Gehende so sehr beeinflusst wie CELTIC FROST. Stolze 16 Jahre nach dem letzten Studioalbum laden die wiedervereinten Avantgardisten zur Hörprobe ihres neuen Werks „Monotheist“. Und zwar ausgerechnet in die Berliner Passionskirche.

Der internationalen Journaille wird die Wartezeit mit zarten Orgelklängen, Softdrinks und in christliche Gesangsbücher geklebten „Monotheist“-Lyrics und -Infos versüßt, bevor Bassist Martin Ain einige Worte zur Begrüßung spricht. Der ehemalige Ministrant, der genau wie der Rest der Band aus einem erzkatholischen Elternhaus stammt, scheint sich auf der Kanzel inmitten von heimeligem Kerzenlicht und Abbildern von Jesus & Co. nicht unwohl zu fühlen. Dieses Ambiente und die „777“ im neuen Bandlogo der Schweizer sieht er jedoch nicht zuletzt als absichtliche Provokation für diejenigen, die CELTIC FROST immer noch in der bösen Satanisten-Schublade sehen.

»Satanismus fußt auf dem Christentum, wir glauben jedoch an einen Gott im Inneren jedes Menschen«, stellt der schwerst tätowierte Sympath später nochmals unmissverständlich klar. »Wir haben damals Hellhammer (CF-Vorgängerband - jj) aufgelöst, um uns von diesen Klischees zu lösen. Wenn du ganz genau hinguckst, erkennst du bereits auf dem „Morbid Tales“-Cover drei Siebenen.«

Heben wir uns alles Tiefschürfende für ein späteres Interview auf und widmen uns heute ausschließlich der Musik:

Der...

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