RH #228Interview

MAROON

Abstinent und wütend

„When Worlds Collide“ ist ein originelles Monument einer Szene, die vor allem von Schablonen lebt. Und MAROON sind eine der eigenständigsten Bands dieser Großfamilie. Frontmann Andre Moraweck berichtet über Metalcore, Nazis, die Zone und Thüringen.

Andre, in Sachen extreme Musik ist Thüringen quasi das Skandinavien Deutschlands. In unzähligen Kellern proben Bands, deine Heimat ist berühmt für eine große Black- und Viking-Metal-Szene, aber auch für etliche Metalcore-Bands. Wie erklärst du dir das?

»Generell muss ich sagen, dass zu DDR-Zeiten Sport und Kultur massiv gefördert wurden und dies bis heute noch nachbebt. Damals, als Schüler, hatte man ja keine große Auswahl: Man konnte nicht viel machen, nicht großartig verreisen, kein gutes Obst essen - also nahm man das, was der Staat halt so anbot. Und das waren Sport und Kunst. Musik war zuerst mal nicht anstößig, und man brauchte dafür keine Westverwandtschaft. In Thüringen gab es unglaublich viele Musikschulen, teilweise richtig gute. Die Schule in Weimar ist ja nach wie vor sehr bekannt. Ich selbst habe jahrelang im Schulchor die Mandoline, ein russisches Saiteninstrument, gespielt. Wie auch immer: Nach der Wende wurden einige Bands bekannt, was dazu führte, dass sich neue Bands gründeten. Aus unserer Ecke kam zum Beispiel die ziemlich angesagte Hardcore-Gruppe Unwritten Law. Diese Band hat uns sehr beeinflusst.«

Ohne Unwritten Law kein MAROON?

»Na ja, nicht ganz. Wir hörten ja generell sehr gerne extreme Musik. Mein...

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