RH #227Interview

SCOTT STAPP

Offene Wunden

Auch fast zwei Jahre nach dem unrühmlichen Ende der Pathos-Rocker Creed sind die Wunden bei SCOTT STAPP noch lange nicht verheilt. Von daher überrascht es nicht, dass das 32-jährige Goldkehlchen aus Florida auf seinem ersten Solowerk „The Great Divide“ vor allem eins betreibt: Vergangenheitsbewältigung.

Dass Stapp zwischenzeitlich sogar mit dem Gedanken spielte, sich das Leben zu nehmen, verdeutlicht die Textpassage „I´ve been on heaven´s doorstep with the door open, one foot inside“ im Titelsong.

»Ich bin froh, dass ich noch lebe, Bruder!«, sprudelt es aus dem überraschend redseligen Ausnahmesänger heraus, der vor einiger Zeit noch zu den am meisten gehassten Personen im Musikbiz zählte. »Auch wenn es mir mittlerweile wieder ganz gut geht, leide ich immer noch an den Nachwirkungen dieser depressiven Phase und den Medikamenten, die ich nehmen musste. Außerdem habe ich vor sechs Monaten anlässlich eines TV-Auftritts bei einem kleinen Kabelsender endlich kapiert, dass ich keinen Alkohol vertrage. Nachdem ich die Aufzeichnung gesehen habe, musste ich mir tatsächlich die Frage stellen: Bin ich der besoffene Idiot da? Gottlob haben mir meine zukünftige Ehefrau Jaclyn und auch mein neues Management geholfen, meine Passion für Musik neu zu endecken. Inzwischen habe ich mit niemandem mehr was zu tun, der schon mal für Creed gearbeitet hat. Mit meiner Soloband bin ich nicht mehr Teil einer riesigen Maschinerie, von der das Leben unzähliger Menschen abhängt. Vor allem kann ich das Tempo jetzt selber bestimmen. Das heißt, dass ich jetzt nur noch maximal drei oder vier Wochen am Stück auf Tour gehe, bevor ich eine längere Verschnaufpause einlege. Längere Touren macht meine Stimme nicht mehr mit, nachdem ich mit Creed sechs Jahre permanent unterwegs war. ...

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