RH #223Interview

DEATH METAL

DEATH METAL

Krach - oder die hohe Kunst, brutale Musik zu machen?

DIE ANFÄNGE

 

Wie kommt ein ganz normales Kind aus dem Mittelstand eigentlich zum Death Metal? Nun, ich muss ehrlich zugeben, dass meine ersten Gehversuche mit härterer Musik aus einem einzigen Sony-Tape bestanden. Es war eine wunderschöne, 90 Minuten lange Zusammenstellung diverser Scorpions-, Black-Sabbath-, Iron-Maiden- und Judas-Priest-Klassiker, die mir mein Vater von seiner ersten Westreise 1988 mit in die Zone brachte. Zwischen frischen Bananen, einem „PM“-Heft (!), diversen Pflegeartikeln und einer „Bravo“ für meine Schwester funkelte dieses nagelneue Tonband. Man muss hier anmerken, dass Tonbänder in der ehemaligen DDR über 20 Mark gekostet haben und als totaler Luxusartikel galten. Ich war also froh wie Oskar.

Diese Kassette wurde mir mit der lapidaren Bemerkung „Hey, das ist ein Geschenk von deinem langhaarigen Cousin aus Hannover!“ überreicht. Wenn mein älterer Herr damals gewusst hätte, dass sich sein Sohn aufgrund dieses Tonbandes innerhalb von nur zwei Jahren zu einem langhaarigen Metaller mausern würde, hätte er das Tape, meiner Mutter zuliebe, irgendwo zwischen Eisenach und Gotha aus dem Zugfenster gepfeffert. Dieses Tonband wurde zum Zentrum meiner Welt, und ich begann völlig vernarrt, alles zu sammeln, was als harte Musik bezeichnet wurde. Es kam also, wie es kommen musste, die Wende überrollte den Osten, und wir Teenies standen vor einer riesigen Welle musikalischer und politischer Neuerungen.

Ich...

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