RH #220Interview

STAIND

Bitte nicht wecken!

Ob STAIND-Sänger Aaron Lewis Bertolt Brechts „Moritat von Mackie Messer“ kennt? Wohl kaum. Mit gefräßigen Haien hat das Sprachrohr der Post-Grunger nach mehr als einer Dekade im Musikgeschäft aber trotzdem so seine Erfahrungen gemacht.

Aarons Haifische tragen teure Anzüge von Armani oder Boss und sitzen in den Chefetagen der Majorlabels, wo man im Kampf gegen die grassierende Internetpiraterie zu immer rabiateren Methoden greift, anstatt mit schlüssigen Konzepten beim Verbraucher ein Unrechtsbewusstsein zu schaffen. Getrau der Devise: Downloading is killing bands!

»Eigentlich müsste die Musikindustrie komplett neu erfunden werden. Außerdem muss sich der Konsument entscheiden, ob er für CDs zahlen will oder sich die Musik lieber für lau auf seinen Computer runterlädt. Da wir nach wie vor jeden Cent für die Aufnahmen blechen müssen, den uns das Label vorschießt, werden eine Menge Bands ins Gras beißen, wenn sich diese Umsonstmentalität weiter durchsetzt. Und glaube mir: Es gibt nichts Schlimmeres, als seiner Plattenfirma Geld zu schulden. Labels sind schlimmer als der blutrünstigste Hai. Von den hohen Zinsen will ich hier erst gar nicht reden«, gerät der ansonsten eher introvertierte Mann mit der melancholischen Stimme fast in Rage, während der Tourbus Richtung Chicago rollt, wo das Kleeblatt heute Abend das brandneue Album „Chapter V“ und die Höhepunkte der vier Vorgänger live präsentieren wird.

»Versteh mich bitte nicht falsch: Natürlich ist das Internet an und für sich eine...

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