RH #218Interview

KARELIA

Kranke Dogmen

Es steht außer Frage, dass die zweite KARELIA-Platte „Raise“ ein erstklassiges Werk ist, doch ebenso sind die Unterschiede zum Vorgänger „Usual Tragedy“ deutlich: Der Symphonic Metal der Franzosen hat eine kühlere Textur erhalten. Da die Band allerdings nicht nur an ihrem Stil gefeilt, sondern auch mit dem Feuer gespielt hat, musste Matthieu Kleiber, Sänger und Oberpyromane von KARELIA, Rede und Antwort stehen.

Es hat sich einiges gegenüber der ersten Platte „Usual Tragedy“ geändert: Vor allem die Opernchöre, die zuvor stellenweise noch richtig herausstachen, werden auf „Raise“ dezenter eingesetzt und sind besser ins Gesamtbild integriert.

»Die Chöre sollten einfach nicht mehr so stakkatomäßig eingesetzt, sondern eher in den Dienst der Gesamtatmosphäre der Songs gestellt werden. Ich glaube, dass wir bei unserem ersten Album zu sehr darauf versessen waren, möglichst viele Elemente in die Songs zu stopfen.«

Wie werdet ihr dies in Zukunft fortführen?

»Wir werden verstärkt auf die elektronische Schiene gehen. Denn klassische Instrumente sind eigentlich dazu bestimmt, allein zu spielen und nicht mit verzerrter Gitarre vermischt zu werden. Für diese Vermischung eignen sich synthetische Instrumente hingegen sehr gut.«

Die meisten Bands gehen diesbezüglich genau andersherum vor.

»Ich denke, dass dahinter oft nur ein Marketing-Gedanke steckt. Es wirkt beeindruckend, wenn man eine Metalband zusammen mit einem riesigen Orchester sieht. Doch vom technischen Standpunkt aus bin ich mir...

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