RH #211Krach von der Basis

KILLING SPREE

Im Osten was Neues - Krach von der Basis

Zwischen Kinderkriegen, Häuslebauen und den Heimspielen von Energie Cottbus bleibt immer noch genügend Zeit, ein fettes Todesmetallbrett zu hacken: KILLING SPREE, hervorgegangen aus der Underground-Truppe Enslaved, sind die ostdeutsche Antwort auf Modernprügler wie Fear Factory und Red Harvest. Tastenmann Jan Voigt berichtet.

Jan, wie ist aus der Alte-Schule-Band Enslaved die Industrial-Death-Metal-Truppe KILLING SPREE entstanden?

»Zwar kannte ich Enslaved schon länger, weil mein Bruder André dort sang, ich bin aber selbst erst 1995 dort eingestiegen. Wir wollten einfach probieren, ob wir den bisherigen Sound der Gruppe um synthetische Keyboardelemente bereichern können. Letztendlich ging das Unterfangen aber nach hinten los, weil das typische Enslaved-Publikum mit modernen Einflüssen nicht klarkam. Die wollten Death Metal der alten Schule und sonst gar nix. Hinzu kam, dass die Bandmitglieder kopfmäßig noch nicht für einen Stilwechsel bereit waren. Die Jungs wollten einfach nur durch die Clubs tingeln, Death Metal spielen und unbeschwert sein.«

„Unbeschwert sein“ ist so eine Sache: Enslaved mussten immer wieder herbe Rückschläge einstecken.

»1993 wurde einer der besten Bandkumpels, Mike Zerna, bei einem Konzert in Hoyerswerda von Nazis umgebracht. Aber es gab auch geschäftliche Rückschläge: 1994 ging der Vertrieb der Band Pleite, und die fertigen Aufnahmen des Albums „Where Is The Meaning“ verschwanden. Da die Band damals alles selbst finanzieren musste, war der...

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