RH #200Interview

MACABRE

Ganz normale Nachbarn

Eine makabre Szene: Neben der Spüle liegt der eingeschlagene Schädel eines Frühstückseis, dessen schutzloses Inneres auf dem glühenden, schwarzen Stahl einer Kasserolle qualvoll röstet, bis sein Bauch endlich aufplatzt und eitergelber Schleim auf die Fliesen spritzt. Nicht weit davon windet sich ein aufgeschnittener Laib Brot. Grinsend schmiert Nefarious mit einem stumpfen Messer den roten Brei in die wie ein stummer, anklagender Schrei klaffende Wunde und tropft kochend heißen, schwarzen Teer auf das nackte, blütenweiße Porzellanfleisch seiner Frühstückstasse.

Dann klingelt das Telefon pünktlich zum Interview mit dem MACABRE-Gitarristen, und ehrlich gesagt: Mir schwant nichts Gutes, als Nefarious gähnend und mit müder Stimme bemerkt, dass er »gerade aufgestanden« und »wegen der Sauferei gestern auch ziemlich kaputt sei« und zudem »erst mal ´ne Tasse Kaffee geleert habe«.

Ich bin enttäuscht, denn seinen Texten nach zu urteilen, gehört mein Telefonpartner zu den sicksten Typen überhaupt.

»Nö, lass nur«, winkt er müde ab, als ich ihm daraufhin anbiete, ein bis zwei Stunden später anzurufen. Die eingangs beschriebene Frühstücksszene vor Augen, bleibt mir also nur die Offensive. Mal ehrlich: Wer ist eigentlich dein Lieblings-Serienkiller?

»Albert Fish«, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Jawoll! Der Kränkste von allen, der Dutzende Kinder auf sadistische Art und Weise zu Tode gequält und ihren verzweifelten Eltern auch noch Briefe mit allen schrecklichen Details...

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