RH #191Zeitreise

TWISTED SISTER

Der Albtraum aller amerikanischen Spießer

TWISTED SISTER sind fünf verrückte, herrliche und gar nicht hübsche Schwestern. Und eine Legende. Was die schreckenerregend geschminkten New Yorker Poser in Tausenden von Gigs, auf fünf Studioplatten, einer EP und diversen Singles aufführten, ist mit Worten kaum zu erklären. Der geschätzte "sick motherfucker" Håkon Grav vom norwegischen Scream-Magazin lässt daher die verfeindeten Bandmitglieder und eine ganze Reihe skurriler Facts für sich sprechen.

Waren die "Schwestern" revolutionär und neu? Nein, denn es gab ja schon die New York Dolls, David Bowie oder Alice Cooper. Waren sie perfekte Musiker? Nicht im Geringsten. Was war dann für ihre Erfolge verantwortlich? Attitude, Leute! Eine Band, die mehr als 3.000 Konzerte im Großraum New York spielt, ohne einen Plattenvertrag ergattern zu können, muss man einfach lieben. Eine Band, die von miesen, dreckigen, kleinen Clubs ohne Publikum bis in die Ballrooms mit 5.000 Fans im Saal wächst, ohne das Interesse vom Plattenfirmen zu wecken, darf man nicht vergessen. Vor allem angesichts ihres genialen Frontmanns, der Angst, Wut und Witz ohne Kompromisse kombinierte und dazu sagenhafte Hymnen schrieb, ist es eine Schande, dass es so lange dauerte, bis TWISTED SISTER den Durchbruch schafften. Und nicht weniger groß ist die Schande, dass nur wenige Jahre später schon wieder alles vorbei war.

Aber jetzt sind sie wieder da! Im Juni darf man in Balingen Freudentränen heulen, die dicker sind als das Fassbier, das hinterm Tresen beim Anstich...

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