RH #191Lauschangriff

HIM

Karaoke im Kartenhaus

Mit nur drei Alben - nämlich „Greatest Love Songs Vol. 666“ (1997), „Razorblade Romance“ (2000) und „Deep Shadows And Brilliant Highlights“ (2001) - katapultierten sich HIM in die Spitzenpositionen der europäischen Charts. Mehrere Tonnen Edelmetall später melden sich die Finnen mit dem augenzwinkernd „Love Metal“ betitelten nächsten Streich zurück auf der Bildfläche.

Der Oberbürgermeister der Stadt Köln sollte allmählich ernsthaft überlegen, der Band die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, denn HIM haben die Domstadt schon seit langem zum Mittelpunkt ihrer Deutschland-Aktivitäten erkoren. Logisch, dass die Hörprobe des neuen Albums in Köln über die Bühne geht und man natürlich im selben Hotel wie immer logiert. Und das ist kein gesichtsloser Fünf-Sterne-Tempel, sondern ein eher unscheinbarer Laden mit Flair und angeschlossener Kneipe. In der steht Basser Migé am Tag vor der offiziellen Vorstellung des Albums etwas verloren herum, denn Frontmann Ville - gemeinhin das Objekt der Begierde für jeden Schreiberling - musste den Trip in die Rheinmetropole krankheitsbedingt absagen.

»Das ist keine schöne Situation«, grient der Basser. »Wahrscheinlich wollen alle mit ihm reden, und ich bin nur ein Lückenfüller, der die einzelnen Songs an der Stereoanlage anwählen darf.«

Seine Feuertaufe als DJ besteht der Basser wenig später mit Bravour, aber eventuelle Gedanken an eine Zweitkarriere als zukünftiger Turntable-Wizard können schnell ad acta gelegt werden: Bei einer aus dem benachbarten...

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