RH #191Interview

SOULFLY

Gipfelstürmer mit Zahnlücke

Vor einigen Jahren flog ein junger Mann von Brasilien nach New York. Er trug die Uniform der amerikanischen Fluglinie PanAm, seine Haare waren unter der Dienstmütze verborgen. Am Revers klebte der geliehene Dienstausweis seines bestes Freundes. Er sah ihm eigentlich gar nicht ähnlich, aber es fiel niemandem auf. Niemals hätte er selbst ein Ticket nach New York bezahlen können. Aber er wusste, wenn er es zu etwas bringen wollte, musste er irgendwie nach Amerika kommen. Sein Name: Max Cavalera.

Max hatte nichts außer dem eisernen Willen, für seine Band Sepultura einen Plattenvertrag an Land zu ziehen. Und das schaffte er! Doch das Glück verließ ihn und seine Band, denn 1997, auf dem Zenit des Erfolgs, zerbrachen Sepultura. Er hatte die Wahl, liegen zu bleiben oder wieder aufzustehen.

Der Alltag von Max im Jahr 2003 spricht Bände: telefonieren, Soundcheck, Pressetermine, hin und wieder einen Happen hinter die Kiemen schieben. Max hier, Max da. Aber Hektik gehört halt zum Geschäft. Da machen SOULFLY keine Ausnahme. Gerade weil es gut läuft, weil es gigantisch läuft. Innerhalb von vier Jahren hat der Brasilianer drei machtvolle Alben aus dem Boden gestampft. Seine Fans folgen ihm wie in Trance, bringen Säle zum Kochen. Und täglich werden es mehr.

»Wir sind nun zum dritten Mal in Europa, aber was hier abgeht, kann ich selbst kaum fassen. 90 Prozent der Shows sind ausverkauft. Obwohl wir diesmal noch größere Hallen gebucht hatten. Ich habe erstmals das Gefühl, dass ich etwas...

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